Anatomie
Prof. Dr. med. Gebhard Reiss
Universität Witten/Herdecke

1. Das Duodenum

Das Duodenum beginnt direkt hinter dem Pylorus mit der Pars superior, an die sich die Pars descendens anschließt. Am duodenalen Knie folgt die Pars horizontalis. Die Pars ascendens mündet an der Flexura duodenojejunalis (Treitz´sches Band) in das Jejunum. Die Blutversorgung des Duodenums erfolgt über die A. gastroduodenalis, die A. pancreaticoduodenalis und die A. supraduodenalis, die aus dem Truncus coeliacus und der A.mesenterica superior entspringen.

Perioperatives Management
Herr Prof. Dr. med. Martin Kreis
Klinikum Großhadern
Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl-Walter Jauch
Klinikum Großhadern

1. Indikationen

Das Kocher Manöver dient der Mobilisation des Duodenums. Die Strukturen auf der Rückseite des Zwölffingerdarms werden dargestellt und mobilisiert.
Die Mobilisation des Zwölffingerdarms nach Kocher ist notwendig:

  • Um die duodenalen, pankreatischen und retroduodenalen Lymphknotengruppen zu erfassen.
  • Zum leichteren Verschluß des Duodenalstumpfes oder einer Duodenotomie.
  • Zur Erleichterung der Anastomosentechnik bei Interposition.
  • Ist Voraussetzung für eine spannungslose Mageninterposition.

Dieser Vorgang ist ein Operationsschritt bei Operationen im Oberbauch:

  • Duodenotomie als Standardzugang zu intraduodenalen Strukturen
Durchführung
Herr Prof. Dr. med. Martin Kreis
Klinikum Großhadern
Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl-Walter Jauch
Klinikum Großhadern

1. Inzision des paraduodenalen Peritoneums

http://vimeo.com/83469411
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Das Manöver beginnt mit einer Inzision des paraduodenalen Peritoneums ca. 1 cm vom lateralen Rand entfernt. Dabei spannt der Assistent das Darmrohr nach medial an. Das parietale Peritoneum wird in mittlerer Höhe des Duodenums angehoben und mit der Schere eingeschnitten. Die Präparation erfolgt längs und retroduodenal in der lockeren Schicht der Tela subserosa.

2. Mobilisation des Duodenums

http://vimeo.com/83470397
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Die Mobilisation des Duodenums erfolgt üblicherweise von lateral. Sie führt zunächst zur Freilegung der V.cava inferior, dabei sieht oder tastet man das distale retroduodenale Segment des Ductus choledochus und den unteren Anteil des Pankreaskopfes. Die Präparation kann über die Aorta hinweg ausgedehnt werden, wenn man den Raum hinter dem Pankreaskopf erreichen will.
Auf diese Weise kann man schließlich Duodenum und Pankreaskopf umfassen und bewegen.

Komplikationen
Herr Prof. Dr. med. Martin Kreis
Klinikum Großhadern
Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl-Walter Jauch
Klinikum Großhadern

Bei schichtgerechter Präparation sind keine Komplikationen zu erwarten, da die Blutversorung ausschließlich von medial über das Pankreas kommt und man in einer gefäßfreien Schicht bis zur Aorta präparieren kann.

Evidenz

Folgen Sie dem Link zu einem „Historical Review“:

Theodor Kocher (1841 – 1917) – A Surgical Maestro

Gesamtvideo