Narbenhernienreparation, laparoskopisch

 
Komplikationen

1. Intraoperative Komplikationen

  • Intraoperative Blutung
    Blutungen sind durch Anwendung blutungsstillender Verfahren, wie Kompression, Koagulationsverfahren (Argon Plasma Koagulation, monopolare Koagulation) oder bei Sickerblutung durch Applikation von Fibrinkleber unter Sicht kontrollierbar (cave! Darmverletzung)
  • Darmverletzung
    kommt es intraoperativ zu einer akzidentellen iatrogenen Darmläsion sollte unverzüglich eine laparoskopische Übernähung erfolgen. Bei fehlender Übersicht oder mangelnder Sicherheit der Darmnaht Konversion und offene Darmübernähung bzw. Darmresektion mit Anastomose. Bei begrenzter Kontamination der Bauchhöhle nach Dünndarmläsion ist nach ausgiebiger Lavage dennoch eine Netzimplantation möglich. Nach Kolonläsion sollte hingegen auf jeden Fall eine zweizeitige Versorgung erfolgen.

2. Postoperative Komplikationen

  • Unbemerkte Darmläsion
    Klinik: Patient erholt sich nicht von der Operation, Bauchschmerzen, Übelkeit, Abwehrspannung, Peritonitiszeichen
    Therapie: Reoperation mit Detektion der Darmläsion und Übernähung, ggf. Resektion und abdominelle Lavage, sowie bei bestehender Peritonitis antibiotische Behandlung für mindestens 1 Woche (peritoneales Reizsyndrom), Netzexplantation, medikamentös: Vomex, MCP, Antiphlogistika
  • ausgedehnte Adhäsiolyse
    bei ausgedehnten Adhäsiolysen postoperative Darmstimulation mit Neostigmin empfohlen. Bei klinischen Subileuszeichen Intensivierung der konservativen Darmstimulation
  • Bauch- und Schulterschmerzen durch das Kapnoperitoneum
  • postoperative Darmparalyse
    Therapie: Einsatz prokinetischer Substanzen wie Metoclopramid, Neostigmin
  • manifester Ileus
    Klinik: Abwehrspannung, druckschmerzhaftes Abdomen, radiologisch Luftsicheln, laborchemisch ggf. Laktaterhöhung
    Therapie: Reoperation, Detektion der Ursache, Behebung der Ursache
  • Serom
    ist abhängig vom Bruchsack und des Präparationsaufwandes regelmäßig vorhanden und ohne therapeutische Konsequenz. Bei lokalen Beschwerden bzw. Infektzeichen Punktion mit mikrobiologischer Untersuchung, ggf. perkutane Drainage.
    bei einer Größe bis 5 ml: keine chirurgische Intervention erforderlich, jedoch regelmäßige sonographische Kontrolle
    bei Infektzeichen: Reoperation und Exploration
    cave: jede Punktion erhöht die Gefahr einer Netzinfektion
  • Chronischer Schmerz
    Therapie: NSAR, ggf. lokale Nervenblockade z.B. N. ilioinguinalis
  • Wundinfektion/Netzinfekt
    Therapie: zunächst konservativ mit Antibiose; wenn antibiotisch nicht zu kontrolliere, bei Versagen oder Nichtansprechen der konservativen Therapie: Reoperation mit Netzexplantation
  • Hämatom
    Therapie: sonographische Kontrolle, bei Größenprogredienz ggf. Punktion oder Revision
  • Rezidiv
    Therapie: bei Größenprogredienz ggf. Reoperation mit Netzneuimplantation

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