Open Appendectomy

 
Perioperative Management

1. Indikationen

  • jeder klinische Verdacht auf eine Appendizitis
  • normaler Ultraschall oder normale Entzündungsparameter schließen die Diagnose nicht aus!
  • bei jungen Frauen laparoskopische Appendektomie durchführen (auch vor dem Hintergrund möglicher gynäkologischer Differentialdiagnosen).
  • bei deutlicher Klinik und gleichzeitigem Bestehen anderer Differentialdiagnosen (z.B. Sigmadivertikulitis, gynäkologische Ursachen etc.) Laparoskopie

2. Kontraindikationen

  • akuter Schub M. Crohn mit sogenannter „Begleitappendizitis". Hierbei zunächst medikamentöse Therapie, erst OP bei weiterer klinischen Verschlechterung.
    Cave: entzündliche Veränderungen am Zökalpol erhöhen Stumpfinsuffizienzrate und spätere Fistelbildungen
  • sogenannte „Begleitappendektomie“ im Rahmen anderer abdomineller Eingriffe

3. präoperative Diagnostik

  • obligat: Anamnese, klinische Untersuchung, Labor
  • Sonographie erfolgt fakultativ (untersucherabhängig)
  • bei Frauen und anamnestischen Hinweisen auf gynäkologische Ursachen (z.B. Adnexitis) gynäkologisches Konsil.
  • CT bei “akutem Abdomen”, wenn nach allen anderen Untersuchungen (Klinik, Labor, Sono) keine Diagnose gestellt werden konnte [NG CS et al. BMJ. 2000; 325: 1387]

4. Spezielle Vorbereitung

5. Aufklärung

  • Wundheilungsstörung
  • intraabdomineller Abszess mit der Notwendigkeit einer Revsion oder perkutanen Drainage
  • postoperativer Ileus
  • Verwachsungen
  • Stumpfinsuffizienz
  • Verletzungen von anderen Darmabschnitten, Gefäßen, Nerven (z.B. N. ilioinguinalis auf dem M. obliquus internus)

7. Lagerung

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  • Rückenlage
  • rechter Arm angelagert, linker Arm ausgelagert

8. OP-Setup

Op_setup_6_konv_appendektomie_normal

Der Operateur steht auf der rechten Seite, der Assistent auf der linken Seite. Die instrumentierende OP-Pflegekraft steht fußwärts auf der Seite des Operateurs.

9. spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

  • keine

10. postoperative Behandlung

postoperative Analgesie: Nicht-steroidale Antirheumatika sind in der Regel ausreichend, ggf. kann eine Steigerung mit opioidhaltigen Analgetika erfolgen.
Folgen Sie hier dem link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/041-001.htm
medizinische Nachbehandlung: Fortführen der Antibiose für mindestens 48-72 Stunden bei Perforation
Thromboseprophylaxe: bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des mittleren Thrombembolierisikos (operativer Eingriff > 30min Dauer) neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer ggf. in gewichts- oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung bis zum Erreichen der vollen Mobilisation verabreicht werden.
Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/003-001.htm
Mobilisation: sofort
Krankengymnastik: Atemgymnastik zur Pneumonieprophylaxe nur bei bettlägerigen Patienten
Kostaufbau: flüssige Kost, ab dem 1. postoperativen Tag feste Kost
Stuhlregulierung: gegebenenfalls
Arbeitsunfähigkeit: 5-12 Tage

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