1. Indikationen
- symptomatische Cholecystolithiasis
- akute Cholecystitis (möglichst in den ersten 48-72 h oder im symptomfreien Intervall 6 Wochen nach akuter Entzündung)
- chronische Cholecystitis (mit und ohne Konkremente)
- Steinverschluss des Ductus cysticus
2. Kontraindikationen
- Tumore der Gallenblase und –wege
- erhebliche intraabdominelle Verwachsungen
- biliodigestive Fisteln
- Schwangerschaft im letzten Trimenon
- Mirizzi-Syndrom (seltene Form des Verschluss-Ikterus)
Relative Kontraindikationen
- akute Pankreatitis
- portale Hypertension
3. Präoperative Diagnostik
- Sonographie (Steinnachweis, Messung der Steingröße, Abklärung einer akuten Cholezystitis, DHC-Durchmesser zum Ausschluss Cholestase
- Gastroskopie (zur Umfelddiagnostik, respektive Abklärung von Differentialdiagnosen [Gastritis/Ulcus])
- bei Cholestaseparametern: ERCP, alternativ MRCP (Vorteil: kein Pankreatitisrisiko; Nachteil: keine Interventionsmöglichkeit)
- CT (alternativ MRT) bei Verdacht auf tumorösen Prozess
4. Spezielle Vorbereitung
- bei akuter Cholezystitis oder Choledocholithiasis: perioperative Antibiotikatherapie
- ansonsten: perioperative Single-Shot Antibiotikaprophylaxe
5. Aufklärung
- Konversion zur offenen Cholezystektomie
- Gallengangsverletzung
- Gallenblasenperforation
- Intraabdomineller Konkrementverlust
- Gefäßverletzung (A. hepatica , V. portae)
- Verletzung benachbarter Organe: Duodenum, Dünndarm, Colon, Leber
- Peritonitis
- Abszess
- Folgeeingriff
8. OP-Setup
Der Operateur steht zwischen den gespreizten Beinen, der 1. Assistent auf der linken Seite (Kameraführung), der 2. Assistent (optional) kopfwärts des 1. Assistenten (Leberhaken). Die instrumentierende OP-Pflegekraft steht über dem linken Bein des Patienten. Der Laparoskopieturm befindet sich auf der rechten Seite, der Monitor in guter Sicht des Operateurs.
9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme
- laparoskopisches Grundsieb
zusätzlich:
- Trokare
- 45° (oder 30°) Kamera
- Fasszange
- Dissektor
- Elektrohäkchen
- Sauger
- ggf. Leberhaken
- Schere
- Titan- oder Laparo-Clips
- Bergebeutel
- Re-Order
10. Postoperative Behandlung
postoperative Analgesie: Nicht-steroidale Antirheumatika sind in der Regel ausreichend, ggf. kann eine Steigerung mit opioidhaltigen Analgetika erfolgen
Folgen Sie hier dem link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/041-001.htm
medizinische Nachbehandlung: eventuelle Magensonde wird bei OP-Ende entfernt, Laborkontrolle mit Transaminasen und Bilirubin am ersten postoperativen Tag, Entfernung evtl. Drainagen am 2. oder 3. postoperativen Tag, sofern nicht resorbierbares Nahtmaterial verwendet wurde erfolgt die Nahtentfernung am 10.-12. postoperativen Tag
Thromboseprophylaxe: bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des mittleren Thrombembolierisikos (operativer Eingriff > 30min Dauer) neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer ggf. in gewichts – oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung bis zum Erreichen der vollen Mobilisation verabreicht werden.
Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/003-001.htm
Mobilisation: sofort
Krankengymnastik: ggf. Atemgymnastik zur Pneumonieprophylaxe
Kostaufbau: sofort
Stuhlregulierung: ggf. Laxantien ab dem 2. Tag
Arbeitsunfähigkeit: 5-12 Tage










