Komplikationen
1. Intraoperative Komplikationen
- bei kleinere Brüchen muss der Bruchsack nicht reseziert werden, sondern kann in toto versenkt werden. Dies reduziert die postoperativen Schmerzen und die Gefahr der Adhäsionen
- bei direktem Bruch müssen multiple Verankerungsnähte für den Bruch gesetzt werden (mind. 8) um eine sekundäre Dislokation zu vermeiden
- weiche Hinterwand bei indirekter Hernie: Fixation des onlay patch mit 1 Naht am Tuberculum pubicum
2. Postoperative Komplikationen
- Plugmigration
Prophylaxe: multiple Einzelknopfnähten mit nicht-resorbierbarer Naht
Therapie: bei Rezidiv am ehesten konventionelle Revision und Plugentfernung sowie OP nach Lichtenstein. Endoskopisches Verfahren sehr anspruchsvoll wegen der bestehenden Adhäsionen, dann Plug nicht entfernen.
- bakterielle Kontamination des Netzes
Prophylaxe: Handschuhwechsel, Single-Shot Antibiose
Therapie: Revision mit Abstrichentnahme, Spülung und offene Wundbehandlung, begleitende Antibiotikatherapie. Bei fehlender Infektsanierung oder rezidivierenden Infekten Plug- und Patchentfernung. Bei in der Regel danach auftretendem “Rezidiv” TAPP oder OP nach Lichtenstein (ausgesprochen anspruchsvoll)
- Beinvenenthrombose durch Fibrosierung an der Spitze des Plugs
Prophylaxe: intraoperativ auf Lage zu Gefäßen achten!
in der original Rutkow-Technik wird der M. Cremaster reseziert, um eine bessere Positionierung des onlay Patches zu ermöglichen
in der Millikan-Technik:
a) indirekten Hernie: Platzierung der innen „petals“ an den M. obliquus internus, damit der außen Anteil des Plugs ein präperitoneales Patch bildet
b) direkten Hernie: entsprechendes Vorgehen, aber Platzierung an die Ligament Struktur
Diagnostik: Duplex- und Dopplersonographie oder Phlebographie
Therapie der tiefen Bein-/Beinvenenthrombose: Kompression, Mobilisierung, Vollheparinisierung (cave! Nachblutungsgefahr!)
Für weiterführende Informationen folgen Sie bitte hier dem Link zu den aktuellen Leitlinien:
www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/037-002.htm








