Leistenhernienreparation, transabdominelle präperitoneale Hernioplastik (TAPP)

 
Einzelsequenzen zu den OP-Schritten
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1. Prinzip

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Verstärkung der Hinterwand des Leistenkanals durch laparoskopisches Einbringen eines dann präperitoneal liegenden Polypropylennetzes.

2. Anlage Kapnoperitoneum

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Es erfolgt ein ca. 1 cm langer periumbilikaler Hautschnitt. Hierüber wird die Verreskanüle eingebracht, und das Kapnoperitoneum angelegt. Bei Voroperationen abdominell stumpfes Einbringen des Kamaratrokars über Minilaparatomie.

3. Trokarpositionierung

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Der Optiktrokar (10 mm) wird nach abdominellem Eingehen mit der Schere stumpf eingebracht, und die Bauchhöhle inspiziert. Dann werden unter direkter Sicht beidseits pararektal auf Nabelhöhe die weiteren Trokare eingestochen: auf der Hernienseite ein 5 oder 12mm Trokar, auf der Gegenseite ein 5 mm Trokar.

Tipp: Die Kamera wird so geführt, dass die 30/ 45° Optik nach oben blickt. Dies erst ermöglicht den Überblick über die Leistenhinterwandregion.

4. Reposition des Bruchsackinhalts

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Adhäsionen werden vorsichtig mit der Schere gelöst. Falls nötig, werden Darm und Netz atraumatisch mittels Fasszangen aus dem Bruchsack herausgelöst.

5. Peritoneuminzision und -präparation, Darstellung der anatomischen "Landmarks"

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Das Peritoneum wird bogenförmig oberhalb der Bruchpforte quer von der Plica umbilicalis medialis bis einige Zentimeter lateral des inneren Leistenrings inzidiert. Medial von den epigastrischen Gefäßen wird zwischen Blase (cave Blasenverletzung) und Rektushinterwand zum Cooper´schen Ligament vorpräpariert, und die Symphyse dargestellt. Dann wird das Peritoneum nach kaudal stumpf von den epigastrischen Gefäßen, dem Ductus deferens und den Samenstranggefäßen abpräpariert.

Tipp: Die Inzision ausreichend hoch oberhalb des inneren Leistenrings bzw. vom Bruchsack entfernt anbringen.

6. Freilegung und Reposition des Bruchsacks, Netzlagerpräparation

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Der Bruchsack wird unter Schonung der Gefäße (Samenstranggefäße, epigastrische Gefäße, Corona mortis) vollständig freigelegt und reponiert.
Die als späteres Netzlager fungierenden Strukturen sollten identifiziert sowie alle Bruchpforten dargestellt werden (Lig. interfoveolare, Plica semilunaris des inneren Leistenrings, Tractus iliopubicus, Falx inguinalis, Cooper Ligament).
Ist die Fascia transveralis stark ausgedünnt, kann sie mit 2-3 Stapler Klammern direkt an das Cooper Ligament geheftet werden, um einen postoperativen Netzprolaps zu vermeiden

Tipp: Ausreichend Peritoneum von den Gefäßen bzw. dem Ductus deferens zurückpräparieren, damit sich das Netz nicht aufstellen und einklappen kann.

7. Einbringen des Netzes

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Das Netz wird über eine Fasszange aufgerollt und durch den ipsilateralen 12mm Arbeitstrokar eingeführt. Mittels Fasszangen wird es von medial nach lateral so platziert, dass es alle Bruchpforten abdeckt.
Bei bilateralen Hernien wird ein zweites Netz in gleicher Weise eingeführt und platziert.

8. Netzfixation

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Das Netz wird spannungsfrei mit wenigen Klammern am Lig. Cooperi sowie hoch medial an der ventralen Bauchdecke fixiert.

Beim Setzen der Klammern ist Folgendes zu beachten:
Postoperative Neuralgien können vermieden werden, indem Klammern nicht unterhalb und lateral des Leistenbandes bzw. der epigastrischen Gefäße eingebracht werden. Am Lig. Cooperi darf die Fixation nur streng unter Sicht erfolgen, um eine Gefäßverletzung zu vermeiden (Corona mortis)

Auf Schonung des N. cutaneus femoris lateralis, N. ilioinguinalis, N. iliohypogastricus, R. genitalis und R. femoralis des N. genitofemoralis achten, die stets lateral der epigastrischen Gefäße laufen!

9. Verschluss der Peritonealinzision

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Das Kapnoperitoneum wird bis auf einen Druck zwischen 6-8mmHg abgelassen, und die Peritonealinzision wie hier gezeigt mit Klammernähten oder aber mit resorbierbarer Naht verschlossen.
Die Trokare werden unter Sicht entfernt, und das Kapnoperitoneum abgelassen. Jeder Zugang > 5mm wird sicher, entweder mit perkutan vorgelegten Faszienfäden (Endocatch-Gerät) oder aber mit Einzelknopfnähten, von außen verschlossen.

Tipp: Bei Einlage einer Redondrainage erfolgt dies über den ipsilateralen Trokarzugang durch den Peritonealschlitz in das Netzlager mit anschließender Annaht.

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