Parathyreoidektomie

 
Perioperatives Management

1. Indikationen

  • manifester Hyperparathyreoidismus durch:
    Nebenschilddrüsenadenom → operatives Vorgehen: Adenomentfernung
    sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Niereninsuffizienz → operatives Vorgehen: Entfernung aller Epithelkörperchen mit autologer Replantation von einem

2. Kontraindikationen

  • keine

3. Präoperative Diagnostik

  • Labordiagnostik (Serumcalcium, Parathormon, Phosphat, alkalische Phosphatase, Kreatinin, Harnstoff, Albumin/ Gesamteiweiß; fakultativ T3, T4, TSH
  • Neoplasieabklärung (Schilddrüsen- und mulitple endokrine Neoplasien)
  • Lokalisationsdiagnostik (Sonographie)
  • Laryngoskopie (Stimmbandfunktionsprüfung)
  • Szintigraphie

4. Spezielle Vorbereitung

5. Aufklärung

  • übliche Risiken eines operativen Eingriffs (Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Folgeeingriff)
  • Nichtauffindbarkeit und Revisionseingriff
  • persistierender Hyperparathyreoidismus
  • postoperativer Hypoparathyreoidismus
  • Rekurrensparese
  • Autotransplantation in Hals- oder Unterarmmuskulatur
  • Exploration der Schilddrüse mit ggf. Resektion bei Auffälligkeiten
  • Pneumothorax
  • ggf. postoperative Calcium-Substitution
  • Rezidiv

7. Lagerung

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  • Rückenlage mit rekliniertem Kopf (sogenannte Strumalagerung)
  • beide Arme angelagert

8. OP-Setup

Op_setup_9_parathyreodektomie_normal

Der Operateur steht bei einseitigem Befund gegenüber der zu operierenden Seite, bei beidseitigem Befund erfolgt nach Abschluss der Präparation der einen Seite, der Wechsel zur anderen Seite. Der erste Assistent steht dem Operateur gegenüber, der zweite Assistent steht kopfwärts des ersten Assistenten, die instrumentierende OP-Pflegekraft steht fußwärts des Operateurs auf dessen Seite.

9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

  • Strumasieb
  • Neuromonitoring

10. Postoperative Behandlung

postoperative Analgesie: Nicht-steroidale Antirheumatika sind in der Regel ausreichend, ggf. kann eine Steigerung mit opioidhaltigen Analgetika erfolgen.
Folgen Sie hier dem Link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/041-001.htm
medizinische Nachbehandlung: Entfernung der Redondrainage am ersten postoperativen Tag, Bestimmung des Serums-Calciums, ggf. Therapie einer Hypokalzämie
Thromboseprophylaxe: bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des mittleren Thrombembolierisikos (operativer Eingriff > 30min Dauer) neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer, ggf. in gewichts– oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung bis zum Erreichen der vollen Mobilisation verabreicht werden.
Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle)
Folgen Sie hier dem Link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/003-001.htm
Mobilisation: sofort
Krankengymnastik: keine
Kostaufbau: sofort
Stuhlregulierung: ggf. Laxantien ab dem 2. Tag
Arbeitsunfähigkeit: 1-2 Wochen

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