intersphinktäre Rektumresektion offen, mit transanalem Colondurchzug und Pouchbildung

 
Perioperatives Management

1. Indikationen

Pathologische Veränderungen des Rektums, die bis 5cm oberhalb der Anokutanlinie liegen, bzw. die bei einer suprasphinktären Anastomose im Rahmen einer tiefen anterioren Rektumresektion nicht den erforderlichen Sicherheitsabstand zur aboralen Resektionsgrenze ergäben; Grenzbereich zwischen tiefer anteriorer Rektumresektion und Abdominoperinealer Exstirpation.

2. Kontraindikationen

Malignome mit Infiltration in die Sphinktermuskulatur, der Puborektalschlinge oder des Musculus levator ani. Tumorunabhängige Stuhlinkontinenz

relative Kontraindikation:

  • Kontinenzschwäche

3. Präoperative Diagnostik

  • Endoskopie mit Biopsie (Malignomabklärung, komplette Koloskopie zur Abklärung/ zum Ausschluss weiterer verdächtiger Befunde)
  • ggf. Kolonkontrasteinlauf, falls komplette Koloskopie nicht möglich
  • Sonographie/CT (Ausschluss Fernmetastasen)
  • endorektale Sonographie, ggf. MRT Becken (lokales Tumorstaging)
  • Beurteilung der präoperativen und Abschätzung der postoperativen Sphinkterfunktion
  • ggf. urologische und gynäkologische Diagnostik zur Frage der Tumorinfiltration in Nachbarorgane

4. Spezielle Vorbereitung

  • orthograde Lavage (Darmreinigung)
  • perioperative Antibiotikaprophylaxe
  • Blasenkatheter
  • Magensonde
  • ggf. neoadjuvante Radio-/ Chemotherapie
  • zur postoperativen Verlaufskontrolle: Tumormarker (CA 19.9, CEA)

5. Aufklärung

  • Notwendigkeit der Anlage eines protektiven Loop-Ileostomas
  • Verletzung benachbarter Strukturen/ Organe: Blase, Harnröhre, Harnleiter, Samenblasen, Prostata, Vagina
  • Blutungen mit Einsatz von Fremdblut/ Tranfusionen
  • Anastomoseninsuffizienz
  • Anastomosenstriktur
  • Stuhlinkontinenz
  • Imperativer Stuhldrang
  • Fraktionierte Stuhlentleerung
  • Revisionseingriffe

6. Anästhesie

7. Lagerung

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  • Goligher-Lagerung
  • beide Arme angelagert

8. OP-Setup

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Der Operateur steht auf der rechten Seite, der 1. Assistent gegenüber. Der 2. Assistent steht im Wechsel zwischen den Beinen und auch auf der linken Seite. Die instrumentierende OP-Pflegekraft steht auf der linken Seite, der Instrumentiertisch über dem linken Bein.

9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

  • Beinschalen und Schulterstützen
  • Lone Star Retractor™

10. Postoperative Behandlung

postoperative Analgesie: Möglichst bereits intraoperativ thorakale Periduralanästhesie beginnen, postoperativ 2-5 Tage fortsetzen.
Folgen Sie hier dem Link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/041-001.htm
medizinische Nachbehandlung: Magensonde ex bei OP-Ende. Drainagen ex am 3.-4. post-operativen Tag oder im Rahmen eines „fast track“-Regimes, falls eingelegt, am ersten postoperativen Tag entfernen.
Thromboseprophylaxe: bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des hohen Thrombembolierisikos (großer operativer abdomineller Eingriff bei Malignom) neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer ggf. in gewichts – oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung bis zum Erreichen der vollen Mobilisation verabreicht werden. Diskutiert wird die Fortsetzung der medikamentösen Thromboembolieprophylaxe für z.B. 6 Wochen.
Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/003-001.htm
Mobilisation: sofort
Krankengymnastik: Atemgymnastik
Kostaufbau: Schluckweise trinken ab dem 1. Tag, feste Kost ab dem 3.-4.Tag.
Alternativ „fast track“-Regime: Am OP-Tag postoperativ trinken und Joghurt essen, ab dem ersten postoperativen Tag Vollkost.
Stuhlregulierung: Regelmäßiger Stuhlgang sehr wichtig, eventuell Regulation mit schwachen oralen Laxantien.
Arbeitsunfähigkeit: individuell je nach Rekonvaleszenz

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