1. Indikationen
Maligne Tumore:
- Lebermetastasen
- Hepatozelluläres Karzinom (HCC)
- Cholangiozelluläres Karzinom (CCC)
Benigne Tumore:
- Adenom
- Fokal Noduläre Hyperplasie (FNH)
2. Kontraindikationen
- Leberfunktionseinschränkung mit unzureichender Restfunktion, z.B. Leberzirrhose, insbesondere Child-Pugh-Turcotte B + C
- Systemische Infektion
- Diffuser Befall auch des linken Leberlappens
- Infiltration ins Zwerchfell oder des Ligamentum hepatoduodenale
- Infiltration in die Vena cava oder in den Lebervenenstern
- Weitere Fernmetastasen (ausgenommen resektable Lungenmetastasen)
- Nicht kontrollierter Primarius
3. Präoperative Diagnostik
- Tumornachweis/-lokalisation: Abdomen-Sonographie, Mehrphasen-Abdomen-CT, Angio-CT des Oberbauch, ggf. MRT, ggf. KM-Sonographie, ggf. ERCP mit Zytologie, ggf. Punktion (sonographie- oder CT-gesteuert), intraoperative Sonographie
- Ausschluss von (weiteren) Fernmetastasen: Thorax-Computertomographie, intraoperative Sonographie
- Labor: BB, Albumin, Bilirubin, γGT, AP, GPT, GOT, Gerinnung, Kreatinin, Elektrolyte, Blutgruppe, Antikörpersuchtest, Tumormarker
- EKG, ggf. weitere kardiopulmonale Funktionsuntersuchungen
4. Spezielle Vorbereitung
- 6 EK’s kreuzen
- Vorhandene Intensivkapazität
- Präoperative Antibiotikagabe als single-shot eines Cephalosporin der 2. Generation ½ h vor dem Hautschnitt
5. Aufklärung
Rezidiv, Serom, (Nach-)Blutung, Hämatom, Notwendigkeit von Transfusionen mit entsprechenden Transfusionsrisiken, Leberparenchymnekrose, Gallefistel, Biliom, gallige Peritonitis, Gallengangsstenose, Hämobilie, Leberinsuffizienz mit Leberausfallskoma, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen, thromboembolische Komplikationen, Lagerungsschäden, Stromschäden, Schädigung/Verletzung von Nachbarorganen, Pleuraerguss mit Notwendigkeit einer Drainage, Abszess, Wundheilungsstörung, Platzbauch, Narbenhernie, Adhäsionen, Folgeeingriff, Letalität
7. Lagerung
Rückenlagerung, rechter Arm angelagert, linker Arm ausgelagert, leichte Überstreckung im thorakolumbalen Übergang
8. OP - Setup
- Operateur rechts vom Patienten
- 1. Assistent links vom Patienten
- 2. Assistent rechts vom Patienten, kopfwärts des Operateurs
- Instrumentierende Pflegekraft links vom Patienten, fußwärts des 1. Assistenten
9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme
- Seilzughakensystem
- Mercedes-Sperrer (Aesculap)
- Gallesieb + Gefäßsieb oder LTX-Sieb
- Multiklipper
- CUSA
10. postoperative Behandlung
postoperative Analgesie: systemische Analgetika zusätzlich zum PDK unter Berücksichtigung der potentiellen Lebertoxizität, regelmäßige Laborkontrollen
medizinische Nachbehandlung: Entfernen der Bauchdrainage zwischen dem 1. und 5. postoperativen Tag, je nach Qualität und Quantität der Sekretion, Entfernung des Hautnahtmaterials um den 12. postoperativen Tag.
Thromboseprophylaxe: bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des hohen Thrombembolierisikos neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer ggf. in gewichts – oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung für mindestens 2, ggf. auch bis zu 6 Wochen verabreicht werden. Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle). Folgen Sie hier dem Link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de
Mobilisation: sofortige Mobilisation, schrittweises Wiederaufnehmen der körperlichen Belastung bis zur Vollbelastung.
Krankengymnastik und Atemgymnastik
Kostaufbau: bei fehlender Atonie, Übelkeit und Erbrechen Beginn mit Trinken am OP-Tag. Bei Verträglichkeit zügiger Kostaufbau bis Wunschkost.
Stuhlregulierung: ggf. Laxantien ab dem 2. Tag
Arbeitsunfähigkeit: Individuell, je nach ausgeübten Beruf zwischen 3 und 6 Wochen.








