Leberzystenentdachung, laparoskopisch

 
Perioperatives Management

1. Indikationen

symptomatische Leberzysten: (Müdigkeit, Atembeschwerden, Druckgefühl, Völlegefühl, Übelkeit, Schmerzen durch Verdrängung von Organen, Ikterus durch Kompression der intra- oder extrahepatischen Gallengänge).

  • Solitäre nicht-parasitäre gutartige Leberzysten
  • Polyzystische Leberläsionen Typ I (begrenzte Anzahl großer Zysten an der Leberoberfläche)

2. Kontraindikationen

  • asymptomatische Zysten
  • polyzystische Leberläsionen Typ II (multiple kleine Zysten in der gesamten Leber)
  • tumoröse Zysten (Zystadenome, Zystadenocarzinome)

als relative Kontraindikationen gelten

  • parasitäre Leberzysten
  • Lokalisation: posteriore Lebersegmente I, VII, VIII
  • schwerwiegende Gerinnungsstörungen
  • Kardiopulmonale Risikofaktoren
  • Leberzirrhose

3. Präoperative Diagnostik

Anamnese und klinische Untersuchung
Computertomographie oder MRT des Abdomens

4. Spezielle Vorbereitung

Blutuntersuchungen (Leberfunktion, serologische Echinokokken-Antikörperbestimmung)

5. Aufklärung

Allgemeine Risiken:

  • Allergie
  • Thrombose
  • Embolie
  • Herz-/Kreislaufreaktionen
  • Pneumonie
  • Bluttransfusionen
  • Narbenbruch

Spezielle Risiken:

  • Wundinfektionen
  • Infektionen des Bauchraumes
  • Nachblutung
  • Aszitesbildung
  • Pleuraerguß
  • Galleleck
  • Rezidiv der Zyste mit erneuter Symptomatik

7. Lagerung

Lagerung_31_leberzystenentdachung_normal

  • Rückenlage
  • Arme ausgelagert
  • Beine abduziert

8. OP - Setup

Op_setup_31_leberzystenentdachung_normal

  • Operateur steht zwischen den abduzierten Beinen
  • Assistent befindet sich rechts neben dem Operateur
  • instrumentierende OP- Pflegekraft steht zwischen Operateur und Assistent

9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

  • Trokare : 2 Arbeitstrokare 11 mm, 1 Arbeitstrokar 5 mm, Optiktrokar 11 mm mit 30° Winkeloptik
  • Schere mit monopolarem oder bipolarem Strom, ggf. Ultracision
  • Atraumatische Greifzange
  • Saug-/ Spülapparat

10. Postoperative Behandlung

Postoperative Analgesie:
Folgen Sie hier dem Link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem Link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de
Medizinische Nachbehandlung:
postoperativ Laborbefunde (Hb, Hkt, Bilirubin, alkalische Phosphatase, CRP)
ggf. Silikondrainage
Thromboseprophylaxe:
postoperative Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin.
Folgen Sie hier dem Link zu www.uni-duesseldorf
Mobilisation:
frühzeitig – bereits am Operationstag
Krankengymnastik:
Spezielle krankengymnastische Übungen sind nicht notwendig
Kostaufbau:
Wenige Stunden nach dem Eingriff kann Tee getrunken und – abhängig vom Befinden – leichte Kost eingenommen werden.
Stuhlregulierung:
Nach laparoskopischen Eingriffen außerhalb des Darmes ist die Darmfunktion normalerweise nicht eingeschränkt; nur bei Bedarf Stuhlregulierung
Arbeitsunfähigkeit:
Stationärer Aufenthalt in der Regel zwischen 3 und 7 Tagen; AU nach individuellem Verlauf.

Badge-logged-off-de