1. Indikationen
- Akute unkomplizierte Divertikulitis ab dem zweiten Schub ( Hansen/ Stock I )
- Akute komplizierte Divertikulitis frühelektiv; nach Abklingen der akuten Klinik, wie z.B. nach Abszess oder gedeckter Perforation ( Hansen/ Stock IIa+b )
- Chronisch- rezidivierende Divertikulitis ( Hansen/ Stock III )
- Freie Perforation ( Hansen/ Stock IIc ) ohne generalisierte Peritonitis
2. Kontraindikationen
- allgemeine Kontraindikationen für laparoskopisches Vorgehen
(z.B. Intoleranz gegenüber Pneumoperitoneum, der Extremlagerung oder Vorliegen eines Ileus)
- ausgeprägte intraabdominelle Adhäsionen
- generalisierte Peritonitis
3. Präoperative Diagnostik
Notfalldiagnostik
- klinische Untersuchung
- Laboruntersuchungen (Entzündungsparameter)
- Sonographie des Abdomens
- CT des Abdomens (mit oraler und rektaler KM-Applikation)
zusätzliche Diagnostik bei elektiver Operation
- komplette Koloskopie
- evtl. Sphinktermanometrie
- Pneumokolon-CT bei frustraner / unmöglicher Koloskopie
4. Spezielle Vorbereitung
- orthograde Darmlavage
- Rasur der Bauchdecke
- Markierung der optimalen Lage für ein etwaiges Stoma auf der Bauchdecke
im OP :
- Einlage eines Dauerkatheters
- Single Shot-Antibiose ( z.B. Cefotaxim + Metronidazol )
- Probelagerung nach Anbringung der Stützen
5. Aufklärung
- Blutung/ Nachblutung mit Gabe von Fremdblut und ggf. operative Revision
- Anastomoseninsuffienz mit lokaler oder generalisierter Peritonitis mit Folge der Sepsis, Reoperation, Disskontinuitätsresektion oder Anlage eines protektiven Ileostomas
- Intraabdominelle Abszessbildung
- Verletzung des linken Ureters, der Iliakalgefäße, der inneren Genitalen (bei der Frau), der Harnblase, Milz, Niere, Pankreas
- Primäre Anlage einer protektiven Ileostomie oder primäre Diskontinuitätsresektion
- Konversion
- Änderung des Stuhlverhaltens
- Trokarhernie
- Gefahr der Verletzung des Sphinkterapparates durch Stapler
7. Lagerung
- Steinschnittlagerung
- Anlagerung beider Arme (cave : Wattewickelung bei Anlagerung durch Tuchschlinge)
- Wattewickelung der Knie und der proximalen Unterschenkel
- Fixierung der Beine in den Beinschalen
- Beine über die OP-Tisch-Steuerung ab- und anwinkelbar
- Schulterstützen beidseits
- Seitenstütze rechts
- Probelagerung
8. OP - Setup
- Operateur rechts vom Patienten
- 1. Assistenz kopfwärts vom Operateur
- 2. Assistenz gegenüber
- instrumentierende OP- Pflegekraft fusswärts vom Operateur
9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme
Basis-Instrumentarien für die Laparoskopie:
- 11er Skalpell
- Präparationsschere
- Langenbeck-Haken
- Saugsystem
- Nadelhalter
- Fadenschere
- Pinzette
- Gassystem für Pneumomeritoneum
- Kamerasystem (30 Grad Optik)
- Backhaus Klemmen
- Kompressen, Bauchtücher
- Tupfer
- Tabaksbeutelnaht und Tabaksbeutelklemme
- Nahtmaterial für Bauchwandfaszie (2-0 geflochten, absorbierbar), Subkutis (3-0 geflochten, absorbierbar),
Haut (4-0 monofil, nicht resorbierbar), Kolon (4-0 monofil, absorbierbar) - Pflaster
Trokare:
- 1 Optiktrokar (10/12 mm), T1
- 2 Arbeitstrokare (10/12 mm), T2, T3 bipolare oder Ultraschallschere
- 1 Arbeitstrokar (5 mm), T4
- Kamerasystem mit 30 Grad- Optik
Zusätzliches Instrumentarium für die Laparoskopische Sigmaresektion:
oder folgen Sie dem Link zu www.webop.de
- 2 atraumatische Halteinstrumente
- elektrische, gebogene Schere
- elektrischer Overholt
- Ultraschalldissektor (z. B. Harmonic ACE TM)
- bipolare Pinzette
- Stieltupfer
- Saug-Spül-System
- abwinkelbarer Retraktor
- lineares Klammernahtgerät (z. B. Echelon TM 60)
- transluminales, zirkuläres Klammernahtgerät (z. B. Proximate R ILS)
- Klemme für den Dorn des Klammernahtgerätes (Kopffasszange)
- Clipzange mit Gefäßclips
- Easy-Flow-Drainage, Annaht und Ablaufbeutel
10. Postoperative Behandlung
Postoperative Analgesie: Periduralanaesthesie postoperativ 2 – 5 Tage fortsetzen
Folgen Sie hier dem Link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien:www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/
Medizinische Nachbehandlung: Überwachung im Aufwachraum unmittelbar postoperativ,
danach ist Verlegung auf Normalstation anzustreben; noch am OP- Tag DK- Entfernung; möglichst frühe Entfernung der easy-flow-Drainage
Thromboseprophylaxe: bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des mittleren Thrombembolierisikos (operativer Eingriff > 30min Dauer) neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer ggf. in gewichts- oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung bis zum Erreichen der vollen Mobilisation verabreicht werden.
Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de
Mobilisation: sofort, schrittweises Wiederaufnehmen der körperlichen Belastung, Vollbelastung bei Beschwerdefreiheit
Krankengymnastik: ggf. Atemgymnastik zur Pneumonieprophylaxe
Kostaufbau: am OP-Tag Trinken, am 1. Tag postoperativ Tee, Suppe, Joghurt, ab 2. Tag postoperativ leichte Kost
Stuhlregulierung: Stimulierung der Darmtätigkeit durch Parasympathomimetikum (z.B. Neostigmin sc. 2x täglich)
Entlassung: ab dem 4. postoperativen Tag
Arbeitsunfähigkeit: individuell – je nach Grad der Rekonvaleszenz










