1. Indikationen
Absolute Indikation:
- V.a. Inkarzeration oder manifeste Inkarzeration
Relative Indikation:
- Beschwerden
- Schmerzen
- Intestinale Passagestörungen
- Tastbare Bruchgeschwulst
2. Kontraindikationen
- Bei Inkarzeration keine Kontraindikationen
- Bei relativer OP-Indikation abhängig von Allgemeinzustand und Komorbidität , sowie Leidensdruck (Nutzen/Risikoabwägung )
3. Präoperative Diagnostik
- Gründliche Anamnese
- Klinische Untersuchung im Liegen und Stehen (tastbare Bruchlücke oder Bruchgeschwulst, Druckschmerz, etc.)
- Sonographie
- Bei unklarem Befund Computertomogramm und/oder Kernspinntomogramm
4. Spezielle Vorbereitung
- Laboruntersuchung beim gesunden Patienten:
kl. Blutbild, Elektrolyte, Kreatinin, Gerinnungsstatus - Laboruntersuchungen bei Vorerkrankungen:
z.B. Transaminasen, erweiterte Nierenwerte, etc. - Ruhe EKG
- Röntgen Thorax bei Patienten älter als 55 Jahre oder bei entsprechender Komorbidität auch bei jüngeren Patienten
5. Aufklärung
- Rezidivhernie
- Verletzung von Bauchorganen
- Blutung
- Verletzung von Hautnerven
- Unverträglichkeitsreaktion auf Fremdmaterial und ggf. Notwendigkeit das Implantat später entfernen zu müssen
- Wundinfekt
- Thrombose tiefe Beinvenen, Embolie
- Thromboseprophylaxe, HIT-Syndrom
- Pneumonie
- Überschießende Narbenbildung
- Verwachsungen im Bauchraum
- Notwendigkeit den Eingriff unerwartet erweitern zu müssen
- Bei minimalinvasiver Technik ggf. Konversion zur offenen Operation
- Throcarhernie
- Postlaparoskopisches Schulterschmerzsyndrom
- Hautemphysem
8. OP-Setup
Operateur und Assistent stehen seitlich des Patienten und beide gegenüber der zu operierenden Seite.
Die assistierende Pflegekraft steht am Fußende.
9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme
Standart MIC-Set:
- Zwei 5er Trokare
- Einen 10er Trokar, ggf. 12er Trokar bei größerem Netz
- Atraumatische 5er Zangen
- 5er Präparierschere
- Bipolare Koagulation
Zusatz:
- Reorder (zum Fassen der Haltefäden transcutan)
- Zentimetermaß
- Steriler Stift
- Spiraltacker
- Monofile Haltenähte
- Kunststoffnetze, die zur intraperitonealen Lage beim Hernienversschluß geeignet sind (IPOM-Netze)
10. Postoperative Behandlung
Postoperative Überwachung: auf Normalstation.
Analgesie: In aller Regel reichen periphere Analgetika.
Folgen Sie hier dem link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management).
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/041-001.htm
Thromboseprophylaxe: Beim gesunden Patient ist niedermolekulares oder unfraktioniertes Heparin in niedriger Dosis ausreichend.
Bei fehlenden Kontraindikationen sollte aufgrund des mittleren Thrombembolierisikos (operativer Eingriff >30min Dauer) neben physikalischen Maßnahmen niedermolekulares Heparin in prophylaktischer ggf. in gewichts- oder dispositionsrisikoadaptierter Dosierung bis zum Erreichen der vollen Mobilisation verabreicht werden.
Zu beachten: Nierenfunktion, HIT II (Anamnese, Thrombozytenkontrolle).
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/003-001.htm
Mobilisation: so früh als möglich, am besten noch am Tag der OP, ggf. Stützbinde für den Bauch
Krankengymnastik: beim gesunden Patienten ist keine Krankengymnastik erforderlich
Kostaufbau: erfolgt noch am OP-Tag
Stuhlregulierung: in der Regel nicht erforderlich, ansonsten mit milden Laxantien
Arbeitsunfähigkeit: volle körperliche Belastung drei Wochen nach OP, Arbeitsunfähigkeit je nach Beruf 10-21 Tage










