1. Indikationen
- isolierter kalter Knoten
- Struma mutinodosa einseitig
- Lokalsymptome (Dysphagie; Dypnoe, z.B. mit Trachealverlagerung)
- malignitätsverdächtiger Knotenbefund (sonographisch suspekter Knoten, pathologische Cytologie)
2. Kontraindikationen
absolute Kontraindikation:
- sonografisch/ szintigrafisch indifferente Knoten
- Abwägen cardio-pulmonales Risikoprofil
relative Kontraindikation:
- Thyreoiditis
3. Präoperative Diagnostik
- Sonographie
- Szintigramm
- bei nicht sonografisch bestimmbarer caudaler Ausdehnung nativ-CT/ MRT
- ggf. Tracheafunktionsaufnahme (bei V.a. Tracheomalazie)
- Alter > 60 Rö-Thorax
- HNO-Untersuchung zur Stimmlippenprüfung
- TSH, fT3, fT4, (HTG, Calcitonin) BB, Gerinnung, Ca, (Parathormon)
4. Spezielle Vorbereitung
- bei Eu-, Hyopthyreose keine spezielle Vorbereitung ASA I/ II Patienten
- bei Hyperthyreose erst Thyreostatika zur Erlangung Euthyreose; ggf. Plummern mit Lugolscher Lösung für sieben Tage (stätionär) und dann direkte OP
- bei erhöhtem cardio-pulmonalem Risiko, Abklärung des OP-Risikos, ggf. weitere Diagnostik (Belastungs-EKG, Herz-Echo, Coro, etc.)
- Thromboseprophylaxe mit niedermolekularen Heparin nur bei Risikopatienten
- Antikoagulantien sollten sieben Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden
5. Aufklärung
- Empfehlung: Perimed®-Aufklärungsbogen
- Blutung/ Nachblutung
- Gefäß-/Nerven-/Organverletzung (permanente Stimmbandnervenparese/ Hypoparathyreoidismus <1% in Zentren)
- Wundheilungsstörung
- Infektion
- eventuell lagerungsbedingte HWS-Beschwerden
- Thrombose
- Embolie
- eventuell Re-Eingriff bei Malignom
6. Anästhesie
- Intubationsnarkose bei Strumaoperation
- in Ausnahmefällen in Lokalanästhesie
- perioperativ Analgesie mit NSAR (cave Magenprotektivum)
7. Lagerung
- Rückenlagerung mit moderater Kopfreklination (cave HWS-Probleme, dann Verzicht auf Reklination)
- beide Arme anlagert
- Beine gerade (Knie- und Fersenkissen)
8. OP- Setup
- Operateur steht rechts vom Patienten (bei Nervenpräparation links, gegebenenfalls Wechsel auf die linke Seite)
- 1. Assistent gegenüber Operateur, ggf. 2. Assistent kopfwärts
- instrumentierende Op- Pflegekraft links (auf Bauchhöhe)
9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme
- Vierzinker
- Rouxhaken, (gegebenfalls spezielle Sperrsyteme anstelle des 2. Assistenten)
- Tuchumlegung
- Overholt (fein)
- kleine Peanklemmen
- Vicryl-Ligaturen (3/0, 4/0), gegebenenalls vesselsealing, gegebenfalls Clips, Neuromonitoring (dann vesselloop zum Anzügeln N. vagus), gegebenenfalls 5/0 monofiler Faden zur Umstechung des Geweberestes kehlkopfnah, gegebenenfalls 8ch Redondrainage, resorbierbarer Hautfaden zur Intrakutannaht
- sehr empfohlen: Lupenbrille für Operateur
10. Postoperative Behandlung
Postoperative Analgesie:
Nicht-steroidale Antirheumatika sind in der Regel ausreichend, ggf. kann eine Steigerung mit opioidhaltigen Analgetika erfolgen.
Folgen Sie hier dem link zu PROSPECT (Procedures Specific Postoperative Pain Management)
Folgen Sie hier dem link zu den aktuellen Leitlinien: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/041-001.htm
Medizinische Nachbehandlung:
Kontrolle im Aufwachraum, Kontrolle auf Nachblutung/ Stimmkontrolle/ OP-Info an den Patienten am selben Tage, Analgetika (NSAR) am 1.pOP-Tag Laborkontrolle auf Ca (ggf. Parathormon), dann gegebenenfalls Ca-Substitution (evtl. zusätzl. Vit. D3 0,25/0,5 1-0-1) und Entfernung von Wunddrainagen, Entlassung ab 2. pOP-Tag, bei Stimmveränderung HNO-Kontolle in der Klinik oder binnen sieben Tagen.
Thromboseprophylaxe:
üblicherweise keine notwendig
Mobilisation des Patienten:
erfolgt noch am OP-Tag, wenn der Patient wach auf Station ist
Krankengymnastik:
ist nur gegebenenfalls bei HWS-Beschwerden erforderlich
Kostaufbau:
Vollkost am OP-Tag
Stuhlregulierung:
nicht erforderlich
Arbeitsunfähigkeit:
kann individuell variierend 7-10 Tage nach Entlassung betragen








