Thoraxdrainage, offene Anlage in Bülau-Technik

  • Privatpraxis für Handchirurgie und Handgelenkchirurgie

  • Universitäts Klinik Witten Herdecke

Einzelfreischaltung

Freischaltung auf diesen Lehrbeitrag
für 3 Tage

1,99 € inkl. MwSt.

Freischaltung auf alle Lehrbeiträge
Preis pro Monat, monatl. kündbar

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

9,90 € inkl. MwSt.

Kliniken & Bibliotheken

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 390,00 Euro

  • Allgemeine Anatomie

    Schichten und Struktur der Brustwand

    Unter der Haut des Thorax befinden sich von außen nach innen mehrere Faszien sowie Muskellagen: Die Fascia pectoralis stellt eine Faszie dar, die außen dem M. pectoralis major aufliegt, die Fascia clavipectoralis umhüllt den M. pectoralis minor. Der knöcherne Thorax selbst besitzt ebenfalls eigene Faszien: Die Fascia thoracica bedeckt von außen das Periost der Rippen sowie die Muskeln der Interkostalräume, die Fascia endothoracica stellt ihr inneres Pendant auf dem Periost der Rippen sowie den inneren bzw. innersten Interkostalmuskeln dar. Sie wird gegenüber dem Interpleuralraum von der Pleura parietalis (Rippenfell) bedeckt. All diese Faszien einschließlich der Interkostalmuskulatur (s. u.) werden bei Anlage einer Thoraxdrainage durchdrungen.

    Der Interkostalraum

    Blutgefäße (Interkostalgefäße) und Nerven (Interkostalnerven) der Thoraxwand verlaufen den ursprünglichen Segmenten des Organismus entsprechend ringförmig an der Innenseite des Thorax entlang. Durch die Blutgefäße werden die dorsal gelegenen Gefäße Aorta und V. azygos/hemiazygos mit der jeweiligen ventralen A. und V. thoracica interna segmental verbunden. Diese entspringt aus der A. subclavia, verläuft zusammen mit gleichnamigen Begleitvenen beidseits parallel zum Sternum unmittelbar außerhalb der Fascia endothoracica nach kaudal und teilt sich dann in Zwerchfellhöhe (Larrey-Spalte) in die A. epigastrica sup. (anastomosiert mit der A. epigastrica inf. aus der A. iliaca externa) sowie eine Arterie zum Zwerchfell (A. musculophrenica). Auf diesem Weg, an der Innenseite des Thorax, gehen aus ihr vor allem die vorderen Anteile der Interkostalarterien sowie Äste zum Mediastinum hervor.

    Arterien

    Die Interkostalarterien besitzen somit einen vorderen Zufluss aus der A. thoracica interna und werden dorsal entweder direkt aus der Aorta (3. – 11. Ast) oder der A. subclavia (über den Truncus costocervicalis) gespeist. Unterhalb der 12. Rippe verläuft als Pendant die A. subcostalis. Hinsichtlich des Gesamtverlaufs der Interkostalarterien ist es gerade für Punktionen von Bedeutung, dass die jeweils dorsalen Anteile der Arterien am Unterrand der darüber liegenden Rippe (zusammen mit Interkostalvene und Nerv) bis in Höhe der vorderen Axillarlinie verlaufen und sich dann typischerweise in einen oberen und einen unteren Ast (am Unter- bzw. Oberrand der benachbarten Rippen) teilen. Typische Ansammlungen von Lymphknoten sind im Bereich der Brustwand parasternal, axillär sowie knapp ober- und unterhalb der Clavicula zu finden.

    Venen

    Die Interkostalvenen verlaufen parallel zu den gleichnamigen Arterien und münden ventral über die V. thoracica interna in die V. brachiocephalica, dorsal in die V. azygos/hemiazygos bzw. im 1. und 2. Segment ebenfalls in die V. brachiocephalica.

    Nerven

    Die Interkostalnerven verlaufen nach Verlassen des Foramen intervertebrale unter Abtrennung eines dorsalen Astes ebenfalls segmental am Unterrand der jeweiligen Rippe im Intercostalraum und versorgen die seitliche und vordere Haut des Thorax. Die kranialen Thoraxanteile werden noch aus dem Plexus cervicalis versorgt, das Segment Th1 verläuft als Teil des Pl. brachialis (C5 bis Th1) in den Arm, ab Th2 dienen die Segmente wieder wie beschrieben der Hautinnervation, der Innervation der Interkostalmuskulatur und kranialer Abschnitte der Bauchmuskulatur (zusammen mit dem Plexus lumbalis). Diese besondere Anordnung der Dermatome führt zu einem bedeutsamen Sprung zwischen Segment C4 (Höhe Clavicula) und gleich darauf Segment Th2 für die obere Thorakalwand (Segment Th5 verläuft etwa in Höhe der Mamille).

    Muskulatur

    Die Interkostalmuskulatur (Mm. intercostales externi, interni und intimi) stellen einen dichten Verschluss der seitlichen Thoraxwand dar. Im Rahmen der Inspiration werden die Mm. intercostales externi und die ventralen inneren Interkostalmuskeln aktiviert, bei der Exspiration die hinteren und seitlichen inneren Interkostalmuskeln.

  • Spezielle Anatomie

    Um den idealen Ort für eine Thoraxdrainage festzulegen, sind folgende Punkte zu bedenken:

    1. Bei dem bettlägerigen Patienten befindet sich mögliche Flüssigkeit im Pleuraraum dorsal basal und Luft ventral apikal. Bestehen keine Verwachsungen zwischen Pleura parietalis und viszeralis, so kommuniziert ventraler und dorsaler Pleuraspalt miteinander. Eine Thoraxdrainage, die im dorsalen Pleuraraum liegt, drainiert also sowohl Flüssigkeit als auch einen Pneumothorax. Bestehen Verwachsungen, so muß eine gezielte Drainage des abgekapselten Raumes erfolgen.

    2. Die ringförmig angeordneten Intercostalgefäße und-nerven sind an der lateralen Thoraxwand direkt durch die Rippen geschützt. Der Verlauf ändert sich im ventralen Thorax, hier liegen die Strukturen im Intercostalraum und können leicht verletzt werden.

    3. Für die Pflege eines bettlägerigen Patienten ist eine Drainage an der lateralen Thoraxwand ideal.

    4. Ein kompletter Pneumothorax kann Zwerchfell und intraabdominelle Organe weit nach apikal verschieben.

    Damit ergibt sich:

    Eine Thoraxdrainage sollte idealerweise im “safe triangle” plaziert werden.Die landmarks sind dabei der Unterrand des M. pectoralis major (vordere Axillarlinie), der Vorderrand des M. latissimus dorsi (hintere Axillarlinie) sowie die Mamillarlinie. Sie sollte intrathorakal bei einem Pneumothorax nach dorsal-apical und bei einem Erguß nach dorsal-basal positioniert werden.

  • Florence-Nightingale-Krankenhaus

Einzelfreischaltung

Freischaltung auf diesen Lehrbeitrag
für 3 Tage

1,99 € inkl. MwSt.

Freischaltung auf alle Lehrbeiträge
Preis pro Monat, monatl. kündbar

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

9,90 € inkl. MwSt.

Kliniken & Bibliotheken

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 390,00 Euro

  • Indikationen

    Paid content (text)
  • Kontraindikationen

    Paid content (text)
  • Präoperative Diagnostik

    Paid content (text)
  • Spezielle Vorbereitung

    Paid content (text)
  • Aufklärung

    Paid content (text)
  • Anästhesie

    Paid content (text)
  • Lagerung

    • Paid content (image)
    Paid content (text)
  • OP-Setup

    • Paid content (image)
    Paid content (text)
  • Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

    Paid content (text)
  • Postoperative Behandlung

    Paid content (text)
  • Florence-Nightingale-Krankenhaus

Einzelfreischaltung

Freischaltung auf diesen Lehrbeitrag
für 3 Tage

1,99 € inkl. MwSt.

Freischaltung auf alle Lehrbeiträge
Preis pro Monat, monatl. kündbar

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

9,90 € inkl. MwSt.

Kliniken & Bibliotheken

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 390,00 Euro

  • Hautschnitt

    Hinweis: aus didaktischen Gründen wurde das Video in Seitenlage aufgenommen.

    Im “safe triangle” zwischen dem Unterrand des M.pectoralis major, dem Vorderrand des M. lattisimus dorsi und der Mamillarlinie wird eine Hautincision von 1-2cm direkt auf Höhe der Rippe ausgeführt.

    Tipp: Um ein subkutanes Emphysem zu vermeiden sollte die Hautinzision gerade so weit sein, dass der Zeigefinger problemlos durchgeführt werden kann, damit mit dem Finger stumpf präpariert und die Drainage unter Führung des Fingers platziert werden kann.

  • Stumpfe Präparation

    • Paid content (video)
    • Paid content (image)

    Nach dem Hautschnitt wird zunächst stumpf mit der Schere auf die Rippe vorpräpariert . Die weitere Präparation erfolgt dann nach kranial am Oberrand der Rippe.

    Tipp: Durch das Tunneln der Weichteile entsteht ein sogenanntes Kulissenphänomen, welches für einen luftdichten Tunnel sorgt.

  • Minithorakotomie

    • Paid content (image)

    Immer streng am Oberrand der Rippe wird nach Spreizen der Muskulatur mit der Schere die Pleura parietalis erreicht. Diese wird stumpf entweder mit dem Finger oder der Scherenspitze eröffnet. Der Pleuraspalt wird mit dem Finger ausgetastet (Pleuraverwachsungen!)

    Hinweis: bei Pneumothorax hört man an dieser Stelle ein „Zischen“ durch das Entweichen von Luft, bei Hämatothorax oder Pleuraerguss entleert sich die Flüssigkeit.

  • Einführen und Positionieren der Drainage

    • Paid content (video)
    • Paid content (image)

    Die Drainage wird ohne Führungsstab aber evtl.mit einer Kornzange gefasst und unter Führung des Zeigefingers ca. 20 cm in die Thoraxhöhle vorgeschoben (apical für Luft, dorsal basal für Flüssigkeit)

    Hinweis: Flüssigkeitsaustritt (Hämatothorax oder Pleuraerguss) oder Beschlagen (Pneumothorax) der Drainage signalisieren die korrekte Lage der Drainage.

  • Annaht

    • Paid content (video)
    • Paid content (image)

    Dichter Wundverschluß und Fixation mittels U-Naht, Anschluss an das System; Röntgenkontrolle

  • Florence-Nightingale-Krankenhaus

Einzelfreischaltung

Freischaltung auf diesen Lehrbeitrag
für 3 Tage

1,99 € inkl. MwSt.

Freischaltung auf alle Lehrbeiträge
Preis pro Monat, monatl. kündbar

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

9,90 € inkl. MwSt.

Kliniken & Bibliotheken

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 390,00 Euro

  • Intraoperative Komplikationen

    Paid content (text)
  • Postoperative Komplikationen

    Paid content (text)
  • Kliniken Köln

  • Krankenhaus Merheim

    Prof. Dr. med. Markus Heiss

Einzelfreischaltung

Freischaltung auf diesen Lehrbeitrag
für 3 Tage

1,99 € inkl. MwSt.

Freischaltung auf alle Lehrbeiträge
Preis pro Monat, monatl. kündbar

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

9,90 € inkl. MwSt.

Kliniken & Bibliotheken

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 390,00 Euro