Anatomie
Prof. Dr. med. Gebhard Reiss
Universität Witten/Herdecke
Edith Leisten
Mattner-Klinik Köln

1. Chirurgische Anatomie der vorderen Bauchwand

130-1

Oberflächliche Schicht
Die oberflächliche Schicht der Bauchwand wird durch die Haut und das darunterliegende Fettgewebe (Panniculus adiposus) gebildet.

Mittlere Schicht
Die mittlere Schicht besteht aus den vorderen und hinteren Bauchmuskeln sowie ihren jeweiligen Faszien.

Vordere Bauchmuskulatur und Rektusscheide
Zu den vorderen Bauchmuskeln zählen drei sehr flache Muskeln und der M. rectus abdominis. Die flachen Muskeln strahlen ventral medial in die Rektusscheide ein und inserieren an ihr mittels einer flächigen Sehne (Aponeurose). Von außen nach innen finden sich folgende Muskeln:

  • M. obliquus externus abdominis: Dorsal entspringt er von der Fascia thoracolumbalis sowie von den unteren 7 Rippen und zieht als vorderes Blatt der Rektusscheide zur medianen Linea alba sowie zur Crista iliaca des Beckens. Seine Fasern verlaufen dabei schräg von kranial lateral nach kaudal medial.
  • M. obliquus internus abdominis: Er zieht von der Linea alba zur Crista iliaca sowie bis zum Vorderrand des Schambeins. Seine Fasern verlaufen ebenfalls schräg von kranial medial nach kaudal lateral (in Fortsetzung des M. obliquus externus abdominis der Gegenseite). Beide Muskeln bilden somit ein schräges Kreuz in der vorderen Bauchwand. Oberhalb der Linea arcuata strahlt er in das vordere und hintere Blatt der Rektusscheide ein, unterhalb der Linea arcuata nur in das vordere Blatt.
  • M. transversus abdominis: Seine Fasern verlaufen von der Fascia thoracolumbalis oder den unteren Rippenknorpeln und dem Becken zur Linea alba nach ventral. Er bildet in der oberen vorderen Bauchwand vor allem das hintere Blatt der Rektusscheide. Unterhalb der Linea arcuata bildet er mit den schrägen Bauchmuskeln das vordere Blatt. Die Hinterwand der 3 Muskeln wird von der Fascia transversalis gebildet.
  • Der M. rectus abdominis entspringt beidseits vom Knorpel der 5. bis 7. Rippe und setzt am Schambein in der Nähe der Symphysis pubica an. Durch Zwischensehnen (Intersectiones tendineae) wird der lange Muskel in mehrere Bäuche unterteilt („Waschbrettbauch“). Inkonstant findet sich kaudal vor dem M. rectus abdominis der kleine M. pyramidalis, der die Linea alba verspannt. Die Rektusscheide ist somit ein sehniger Kanal der flachen Bauchmuskeln, der neben dem M. rectus abdominis und M. pyramidalis mehrere Gefäße und Nerven (Aa. und Vv. epigastricae superior und inferior, Nervi intercostales 5-12) enthält.

Funktion
Zur Beugung und Drehung des Rumpfes sowie für die Bauchpresse wird auf die beschriebene Weise die vordere Bauchwand von den beiden schrägen Bauchmuskeln (M. obliquus externus und internus abdominis, schräges Kreuz) sowie dem M. rectus abdominis und M. transversus abdominis (gerades Kreuz) verspannt.
Der M. cremaster ist eine Abspaltung des M. obliquus internus und M. transversus abdominis. Er bildet um den Samenstrang eine muskuläre Hülle und kann den Hoden nach kranial ziehen (Kremasterreflex).

Tiefe Schicht
Die tiefe Schicht der Bauchwand bildet die Fascia transversalis. Sie findet sich an der Innenseite des M. rectus abdominis und M. transversus abdominis als innerste bindegewebige Schicht (nur durch das Peritoneum von der freien Bauchhöhle getrennt) und ist mit der Linea arcuata und dem Leistenband verwachsen. Lateral kaudal befindet sich als Durchtrittspforte der Anulus inguinalis profundus, der den Eingang in den Leistenkanal darstellt.

Dorsale Muskulatur
Der dorsale Hauptmuskel der Bauchwand ist der M. quadratus lumborum, der unterhalb des M. transversus abdominis von der untersten Rippe und den Processus costales der Lendenwirbel zur Crista iliaca zieht.

Blutversorgung und Innervation
Die arterielle Versorgung erfolgt aufgeteilt nach den aufgeführten Schichten der Bauchwand:

  • Die oberflächliche und mittlere Schicht werden versorgt von
    → den kaudalen Aa. intercostales posteriores (einschl. der A. subcostalis),
    → der A. epigastrica superficialis,
    → der A. circumflexa ilium superficialis sowie
    → der A. pudenda externa.
  • Die tiefe Schicht wird versorgt von
    → den Aa. lumbales,
    → der A. epigastrica inferior,
    → der A. circumflexa ilium profunda und
    → der A. iliolumbalis.

Das venöse Blut der Bauchwand fließt über Venen (vorwiegend → V. cava inferior) ab, die entsprechend den Arterien benannt sind:
Über die V. epigastrica superficialis (→ V. saphena magna) sowie über die V. epigastrica inferior (→ V. iliaca externa). In die Vena cava superior gelangt lediglich das venöse Blut über die Vv. thoracoepigastricae sowie über die Vv. azygos und hemiazygos.

Die Innervation der Bauchwand erfolgt durch Interkostalnerven und Äste des Plexus lumbalis:

  • Die unteren Nn. intercostales (einschließlich des N. subcostalis) versorgen, wie beschrieben, den M. obliquus externus abdominis und den M. rectus abdominis.
  • Aus dem Plexus lumbalis innerviert der N. iliohypogastricus alle vorderen Bauchwandmuskeln, der N. ilioinguinalis ebenfalls alle vorderen Bauchwandmuskeln mit Ausnahme des M. rectus abdominis, und der N. genitofemoralis versorgt den M. transversus abdominis.
    Die Nn. iliohypogastricus und ilioinguinalis ziehen außerdem zwischen den von ihnen innervierten Muskeln zur Haut der vorderen Bauchwand.

Der Lymphabfluss der vorderen Bauchwand erfolgt oberhalb des Bauchnabels nach kranial (in die Nodi lymphatici axillares und parasternales), unterhalb des Nabels nach kaudal (in die Nodi lymphatici inguinales superficiales und iliaci). Aus der seitlichen Bauchwand fließt die Lymphe zu den Nodi lymphatici lumbales.

2. Peritonealdialyse: Einflüsse auf das Peritoneum und resultierende morphologische, funktionelle und klinische Veränderungen

Die möglichen Formen der Nierenersatztherapie sind die:

  • Peritonealdialyse (PD)
  • Hämodialyse (HD)
  • Nierentransplantation

Während die PD als Akutdialyse Säuglingen und Kleinkindern sowie Situationen vorbehalten ist, in denen keine Hämodialyse möglich ist, hat sie als chronisches Dialyseverfahren einen hohen Stellenwert und stellt mittlerweile weltweit das häufigste Verfahren der Heimdialyse dar.

Bei der CAPD (kontinuierlich ambulanten Peritonealdialyse) führt der Patient 3 – 5x täglich einen Dialysatwechsel durch, indem er verbrauchtes Dialysat aus der Abdominalhöhle in einen Leerbeutel ablässt und neues Dialysat einlaufen lässt. Ein Vorgang, der rund 20 Minuten in Anspruch nimmt. Der Dialysatwechsel kann an den Tagesrhythmus des Patienten angepasst werden, wobei 3 – 4 Wechsel in der Regel gut in den Tagesablauf integriert werden können und diese auch um 1 – 2 Stunden verschiebbar sind.

Wenn Sie mehr über die Peritonealdialyse erfahren wollen, dann folgen Sie dem Link Peritonealdialyse

Perioperatives Management
Herr Dr. med. Christoph Weber
Klinikum St. Elisabeth Straubing

1. Indikationen

  • Terminale Niereninsuffizienz mit geplanter Peritonealdialyse

2. Kontraindikationen

  • Patient eignet sich nicht für die Peritonealdialyse
  • Das Abdomen ausfüllende Zystennieren

3. Präoperative Diagnostik

  • Klinische Untersuchung: Bauchwandhernie? Abdominelle Voroperationen?
  • Abdomen-Sonographie: Ausschluss Tumoren, Beurteilung der Größe von Zystennieren und Nierenzysten.

4. Spezielle Vorbereitung

130-2

Sitzende Position: mögliche Katheterexits rot markiert außerhalb von Hosenbünden und Hautfalten

1 Woche präoperativ

  • Keine Heparin- oder Insulininjektionen mehr im Bereich der Bauchdecke zur Schonung des OP-Gebietes und Reduktion des Infektrisikos

Vortag der OP

  • Übliche OP-Vorbereitung mit Nabelpflege
  • Klysma am Vorabend
  • Letzte Mahlzeit am Vorabend
  • Präoperative Markierung am stehenden und sitzenden Patienten

Da die CAPD vom Patienten selbst durchgeführt wird, muss die Katheteraustrittsstelle für ihn gut einsehbar sein. Die Austrittsstelle darf daher nicht in Höhe von Hosenbund (Ober- und Unterbekleidung), Hautfalten oder unterhalb einer Fettschürze lokalisiert sein. Da die Patienten den Dialysatwechsel in aller Regel im Sitzen durchführen, sollte die vorgesehene Austrittsstelle präoperativ auch im Sitzen geprüft werden. Die Seitenlokalisation, rechts oder links, sollte man präoperativ offen lassen, da evtl. vorhandene intraoperative Adhäsionen dafür ausschlaggebend sein können.

OP-Tag

  • Single-shot-Antibiose vor Narkoseeinleitung
  • Ggf. Blasenkatheter für die Dauer der Operation

5. Aufklärung

  • Primär Laparoskopie mit Beurteilung der Abdominalhöhle
  • Ggf. laparoskopische Adhäsiolyse

Komplikationen

  • Verletzung von Dünn- oder Dickdarm
  • Verletzung parenchymatöser Organe
  • Wundinfektion, Abszess, Peritonitis; Folgeeingriffe
  • Bauchdeckenhämatom, Hautemphysem
  • Postop. Schulterschmerzen
  • Thromboembolie

Spezielle Katheter-Komplikationen

  • Katheter-Abknickung
  • Katheter-Fehllage, Leckagen

Postoperative Verhaltenshinweise

  • 2 Tage strenge Bettruhe
  • 2 Tage Aufstehen nur zur Toilette

6. Anästhesie

Intubationsnarkose bei Kapnoperitoneum

7. Lagerung

130-3

Rückenlagerung, einen Arm ausgelagert

8. OP-Setup

130-4

Im Filmbeispiel erfolgt die Katheter-Anlage über den rechten Unterbauch:

  • Operateur: links vom Abdomen
  • Assistenz: rechts vom Abdomen
  • Instrumentierende OP-Pflegekraft: rechts vom Abdomen auf Beinhöhe des Patienten

9. Spezielle Instrumentarien und Haltesysteme

130-5

  • Chirurgisches Grundsieb inkl. Drainagespieß (16 Charriere)
  • MIC-Einheit
  • Ggf. MIC-Instrumente zur Adhäsiolyse
  • CAPD-Katheter-Set

10. Postoperative Behandlung

Postoperative Analgesie

Wundkontrollen, Verbandswechsel

  • Tägliche Wundkontrollen
  • Verbandswechsel am Katheterexit am 2. oder 3. postop. Tag,
    tägliche Spülung des Dialysekatheters durch geschultes und dialyseerfahrenes Personal

Medikamentöse Thromboembolie-Prophylaxe

Postoperative Mobilisation

  • 2 Tage strenge Bettruhe; Atem- und Stoffwechselgymnastik
  • 2 Tage Aufstehen zur Toilette

Kostaufbau

  • Am OP-Tag abends: Tee
  • 1. postop. Tag: flüssige Kost
  • Ab 2. postop. Tag: Normalkost
  • Ggf. laxierende Maßnahmen am 3. postop. Tag

Arbeitsunfähigkeit

  • Je nach Tätigkeit 2 bis 4 Wochen
Durchführung
Herr Dr. med. Christoph Weber
Klinikum St. Elisabeth Straubing
Muster-OP-Bericht
Peritonealdialyse: Laparoskopisch-assistierte Katheterimplantation für die CAPD

Muster OP-Bericht

1. Infraumbilikaler Zugang

http://vimeo.com/84175784
130-6

Infraumbilikale Hautinzision, Durchtrennung der Subkutis und Darstellung der Faszie.

2. Darstellung der Nabellücke

http://vimeo.com/84176239
130-7

Bei Vorliegen einer Nabellücke (wie im Filmbeispiel) wird diese als Trokarzugang benutzt. Dazu erfolgt die stumpfe bzw. digitale Umfahrung des Nabels und Darstellung seiner Insertion auf Faszienniveau. Hier wird der Nabel scharf abpräpariert und die Nabellücke so dargestellt. Anschließend Fassen der Faszienränder mit Mikulicz-Klemmen.

Tipp:
Nabellücken müssen bei geplanter Peritonealdialyse sorgfältig versorgt werden, da es ansonsten infolge des intraabdominell instillierten Dialysats zur Hernienbildung kommen kann. Liegt keine Nabellücke vor, die als Trokarzugang genutzt werden kann, wird dieser wie bei jeder anderen Laparoskopie geschaffen.

3. Anlegen des Pneumoperitoneums und Inspektion der Abdominalhöhle

http://vimeo.com/84176644
130-8

Einführen des Optiktrokars über eine kleine Inzision des Peritoneums und druckkontrolliertes Anlegen des Pneumoperitoneums. Einbringen der Optik und Inspektion der Abdominalhöhle, insbesondere auf evtl. Adhäsionen, die für die Seitenwahl der Katheterimplantation entscheidend sein können. Im Filmbeispiel finden sich Adhäsionen nach vorangegangener konventioneller Appendektomie, die einer rechtsseitigen Katheterimplantation allerdings nicht im Wege stehen und daher belassen werden.

4. Auffädeln des Katheters

http://vimeo.com/84176899
130-9

Der Katheter wird auf einen Führungsstab aufgefädelt. Damit bei diesem Manöver der Katheter nicht versehentlich verwrungen wird, muss die am Katheter sichtbare Strichmarkierung durchgehend in einer Linie liegen.

Tipps:

  • Das Auffädeln des Katheters gestaltet sich einfacher, wenn er vorher mit NaCl-Lösung durchgespült oder darin gewässert worden ist.
  • Das Coiling des Katheters sollte immer nach lateral weisen (im Filmbeispiel bei Implantation über den rechten Unterbauch also nach rechts). Weist das Coiling nach der Implantation nach medial, hat der Katheter die Tendenz, das Coiling nach lateral zu verlagern, wodurch es zu Katheter-Dislokationen aus dem kleinen Becken kommen kann.

5. Pararektaler Zugang in Nabelhöhe

http://vimeo.com/84178060
130-10

Hautinzision zwischen Nabel und dem geplanten Katheterexit über dem Rektusmuskel rechter Unterbauch, Durchtrennung der Subkutis und Darstellung der vorderen Rektusscheide, welche längs inzidiert wird. Stumpfes Spreizen der Rektusmuskulatur und Vorlegen einer Tabaksbeutelnaht im Bereich der hinteren Rektusscheide bzw. dem Peritoneum mit einem langsam resorbierbaren Faden.

Tipp:
Ein suffizientes Pneumoperitoneum verhindert beim Anlegen der Tabaksbeutelnaht das versehentliche Mitfassen von Omentum majus oder Darm.

6. Implantation des Katheters

http://vimeo.com/84179305
130-11

Über eine Inzision von hinterer Rektusscheide bzw. Peritoneum innerhalb der Tabaksbeutelnaht wird der auf den Führungsstab aufgefädelte Katheter eingeführt und unter laparoskopischer Kontrolle im kleinen Becken platziert. Um Verletzungen im kleinen Becken zu vermeiden, wird der Katheter mit einer Hand vorgeschoben und der Führungsstab gleichzeitig mit der anderen Hand fixiert und nach korrekter Platzierung des Katheters entfernt. Knüpfen der Tabaksbeutelnaht, wobei die Kathetermuffe dem Peritoneum unmittelbar aufliegen sollte. Das freie Katheterende wird mit einem Drainagespiess versehen (16 Charriere) und tief subkutan bogenförmig bis zum markierten Katheterexit vorgeschoben und hier ausgeleitet. Aufsetzen des Titanadapters auf den Katheter und Anschluss des Überleitungsstücks. Abschließende laparoskopische Kontrolle des Peritoneums und der Katheterplatzierung.

Tipps:

  • Vor dem Knüpfen der Tabaksbeutelnaht sollte der intraabdominelle Druck durch das Pneumoperitoneum etwas reduziert werden, damit Rektusscheide bzw. Peritoneum beim Knüpfen nicht einreißen.
  • Lässt sich der Katheter nach dem Knüpfen nur noch schwer schieben, ist von einer suffizienten Fixierung auszugehen ohne dass der Katheter versehentlich zugeschnürt wurde.
  • Nach dem Ausleiten des Redonspiesses in Höhe des Katheterexits sollte eine laparoskopische Kontrolle auf eine akzidentelle Perforation des Peritoneums durch den Spiess erfolgen.

7. Infraumbilikale Peritoneal-/Fasziennaht und Katheter-Probelauf

http://vimeo.com/84179273
130-12

Nach fortlaufender Peritoneal-/Fasziennaht infraumbilikal mit sicherem Verschluss der Nabellücke kann der Katheter auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden, indem ca. 1,5 Liter Dialysatflüssigkeit (versetzt mit 5000 IE Heparin) instilliert bzw. wieder abgelassen werden. Das Manöver dient auch dazu, evtl. Leckagen im Bereich der versorgten Peritonealinzisionen zu detektieren.

8. Schichtweiser Wundverschluss mit Refixierung des Nabels

http://vimeo.com/84181076
130-13

Rechts pararektal erfolgt der Verschluss der vorderen Rektusscheide durch eine fortlaufende Naht ohne den Katheter einzuschnüren. Nach Refixierung des Nabels im Faszienniveau mittels einer Naht erfolgt der schichtweise Wundverschluss beider Zugänge. Das Überleitungsstück wird mit einer Verschlusskappe, die mit einem jodhaltigen Desinfektionsmittel benetzt ist, versehen.

Komplikationen
Herr Dr. med. Christoph Weber
Klinikum St. Elisabeth Straubing

1. Vermeidung und Behandlung von intraoperativen Komplikationen

Verletzung von Bauchorganen

  • Offenes Anlegen des Pneumoperitoneums via Mini-Laparotomie
  • Atraumatische Präparation
  • Vorsichtiger intraabdomineller Gebrauch der Koagulation
  • Präparation nur unter Sicht.

Blutungen

  • Diaphanoskopie der Bauchdecke
  • Subtile Präparation
  • Platzierung der Einführhilfe eher im medialen Bereich des M. rectus abdominis.

Fast alle Verletzungen, die bei laparaskopischen Eingriffen entstehen, können in der Regel gut beherrscht werden, wenn man sie sofort bemerkt und entsprechend reagiert wird, z.B. Blutstillung, Naht der Darmverletzung. Im Zweifelsfall: Konversion zur Laparotomie!

2. Vermeidung und Behandlung von postoperativen Komplikationen

Nachblutung

  • Druckverband, Umstechung, Revision

Peritonitis

  • Relaparoskopie, ggf. Laparotomie

Wundinfekt

  • Offene Wundbehandlung

Hautemphysem

  • Resorbiert sich von selbst

Postlaparoskopisches Schulterschmerzsyndrom

  • Symptomatische Therapie

3. Vermeidung und Behandlung von katheterspezifischen Komplikationen

Abknickung

  • Eine Abknickung lässt sich vermeiden durch die tief subcutane Tunnelung, palpatorische Kontrolle des subcutanen Katheterverlaufs, sorgfältige präoperative Markierung der Inzisionen am liegenden bzw. stehenden Patienten.

Katheterfehllage, Leckagen

  • Die Probleme können durch eine sorgfältige intraoperative laparoskopische Sichtkontrolle vermieden werden.

Bauchdeckeninfekt

  • Muss der Katheter wegen eines gravierenden Bauchdeckeninfekts entfernt werden, kann meist in gleicher Sitzung ein neuer Katheter auf der Gegenseite implantiert werden, sodass sich eine temporäre Hämodialyse erübrigt.
Evidenz
Edith Leisten
Mattner-Klinik Köln

1. Zusammenfassung der Literatur

Vergleich “offen chirurgische” und laparoskopische Implantationstechnik
In einer prospektiven randomisierten Studie bei 148 Pat. (72 “offen chirurgisch”, 76 laparoskopisch) wurden über einen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren die Komplikationsrate und die Funktionsdauer überprüft.

Frühe Komplikationen (alle): offen 33,3 % < > lap. 13,2 %

  • Peritonitis 12,5 % < > 2,6 %
  • Katheter-Fehlfunktion 8,3 % < > 7,9 %
  • Leckage 11,1 % < >1,3 %
  • Colon-Perforation keine < > 1,3 %
  • Harnblasen-Perforation 1,4 % < > keine

Späte Komplikationen (alle): offen 61,1 % < > lap. 57,9 %

  • Infektionen 48,6 % < > 48,7 %
  • Katheter-Fehlfunktion 11,1 % < > 7,9 %
  • Hernie 1,4 % < > 1,3 %
  • Katheter-Versagen 55,2 % < > 32,8 %

Funktionsdauer des Katheters

  • nach 12 Monaten: offen 62 % < > lap. 77,5 %
  • nach 36 Monaten: offen 26 % < > lap. 63 %

Gadallah MF, Pervez A, el-Shahawy MA, Sorrells D, Zibari G, McDonald J, Work J. Peritoneoscopic versus surgical placement of peritoneal dialysis catheters: a prospective randomized study on outcome. Am J Kidney Dis. 1999 Jan;33(1):118-22.

2. Aktuell laufende Studien zu diesem Thema

Method of Exit Site Care in Chronic Peritoneal Dialysis Patients

Open Versus Percutaneous Insertion of CAPD Catheters

Prevention of Peritonitis in Peritoneal Dialysis

3. Reviews

1: Diaz-Buxo JA. Prescription writing: CAPD and PD plus. Clin Nephrol. 2007 Dec;68(6):349-53. Review. PubMedPMID: 18184515.

2: Jain N, Simoyi P. An overview of chronic kidney disease management and CAPD in the home. Br J Community Nurs. 2008 May;13(5):213-4, 216-8. Review. PubMed PMID: 18771184.

3: Li PK, Chung KY, Chow KM. Continuous ambulatory peritoneal dialysis is better than automated peritoneal dialysis as first-line treatment in renal replacement therapy. Perit Dial Int. 2007 Jun;27 Suppl 2:S153-7. Review. PubMedPMID: 17556295.

4: Rabindranath KS, Adams J, Ali TZ, Daly C, Vale L, Macleod AM. Automated vs continuous ambulatory peritoneal dialysis: a systematic review of randomized controlled trials. Nephrol Dial Transplant. 2007 Oct;22(10):2991-8. Epub 2007 Sep 17. Review. PubMed PMID: 17875571.

5: Rabindranath KS, Adams J, Ali TZ, MacLeod AM, Vale L, Cody J, Wallace SA, Daly C. Continuous ambulatory peritoneal dialysis versus automated peritoneal dialysis for end-stage renal disease. Cochrane Database Syst Rev. 2007 Apr 18;(2):CD006515. Review. PubMed PMID: 17443624.

6: Stuart S, Booth TC, Cash CJ, Hameeduddin A, Goode JA, Harvey C, Malhotra A. Complications of continuous ambulatory peritoneal dialysis. Radiographics. 2009 Mar-Apr;29(2):441-60. Review. PubMed PMID: 19325058.

7: Thodis E, Passadakis P, Lyrantzopooulos N, Panagoutsos S, Vargemezis V, Oreopoulos D. Peritoneal catheters and related infections. Int Urol Nephrol. 2005;37(2):379-93. Review. PubMed PMID: 16142574.

4. Literatur zu diesem Thema

1: Bilgic A, Akman B, Sezer S, Arat Z, Ozelsancak R, Ozdemir N. Daytime
sleepiness and quality of life in peritoneal dialysis patients. Ther Apher Dial. 2011 Dec;15(6):565-71. doi: 10.1111/j.1744 9987.2011.00987.×. PubMed PMID: 22107693.

2: Centre for Clinical Practice at NICE (UK). Peritoneal Dialysis: Peritoneal Dialysis in the Treatment of Stage 5 Chronic Kidney Disease. London: National Institute for Health and Clinical Excellence (UK); 2011 Jul. PubMed PMID: 22536622.

3: Erdogan A, Dervisoglu E, Kutlu A. Sleep quality and its correlates in patients on continuous ambulatory peritoneal dialysis. Scand J Urol Nephrol. 2012 Jun 8. PubMed PMID: 22676553.

4: Gracia Toledo M, Borras Sans M, Gabarrell A, Duran J. Risk factors for abdominal hernias in patients undergoing peritoneal dialysis.
Nefrologia. 2011;31(2):218-9. doi:10.3265/Nefrologia.pre2010.Nov.10659. Spanish. PubMed PMID: 21461017.

5: Imada A. Care for patients carrying out dialysis therapy at home. Contrib Nephrol. 2012;177:93-8. Epub 2012 May 8. PubMed PMID: 22613919.

6: Ishida M. Maintenance of continuous ambulatory peritoneal dialysis in elderly patients. Contrib Nephrol. 2012;177:57-63. Epub 2012 May 8. PubMed PMID: 22613915.

7: Mawar S, Gupta S, Mahajan S. Non-compliance to the continuous ambulatory peritoneal dialysis procedure increases the risk of peritonitis. Int Urol Nephrol. 2011 Nov 20. PubMed PMID: 22102137.

8: Michels WM, van Dijk S, Verduijn M, le Cessie S, Boeschoten EW, Dekker FW, Krediet RT; NECOSAD Study Group. Quality of life in automated and continuous ambulatory peritoneal dialysis. Perit Dial Int. 2011 Mar-Apr;31(2):138-47. Epub 2011 Feb 28. PubMed PMID: 21357936.

9: Pego C, Rodrigues A, Ronco C. Role of peritoneal dialysis as a chronic renal replacement therapy in cardiorenal patients. Contrib Nephrol. 2012;178:182-8. Epub 2012 May 25. PubMed PMID: 22652735.

10: Schoenmaeckers EJ, Woittiez AJ, Raymakers JF, Rakic S. Continuous ambulatory peritoneal dialysis after intra-abdominally placed synthetic mesh for ventral hernia repair. J Laparoendosc Adv Surg Tech A. 2011 Oct;21(8):741-3. Epub 2011 Jun 9. PubMed PMID: 21657942.

11: Songtish D, Akranurakkul P, Changsirikulchai S. The technique and outcome of peritoneal dialysis catheter revision. J Med Assoc Thai. 2011 Sep;94 Suppl 4:S71-6. PubMed PMID: 22043570.

12: Su CY, Pei J, Lu XH, Tang W, Wang T. Gastrointestinal symptoms predict peritonitis rates in CAPD patients. Clin Nephrol. 2012 Apr;77(4):267-74. PubMed PMID: 22445469.

13: Takara Y, Ishibashi Y, Fujishiro M, Fujita T. Endoscopic treatment of obstructed peritoneal catheter. Kidney Int. 2011 Sep;80(6):679. PubMed PMID: 21878955.

14: Tun KN, Tulchinsky M. Pericatheter Leak in a Peritoneal Dialysis Patient: SPECT/CT Diagnosis. Clin Nucl Med. 2012 Jun;37(6):625-8. PubMed PMID: 22614207.

15: Xie J, Kiryluk K, Ren H, Zhu P, Huang X, Shen P, Xu T, Chen X, Chen N. Coiled versus straight peritoneal dialysis catheters: a randomized controlled trial and meta-analysis. Am J Kidney Dis. 2011 Dec;58(6):946-55. Epub 2011 Aug 27. PubMed PMID: 21872978.

Gesamtvideo