Eso-SPONGE® – Endoluminale Vakuumtherapie zur Behandlung von Anastomoseninsuffizienzen und Perforationen im oberen GI-Trakt - Allgemein- und Viszeralchirurgie

Sie haben keine Lizenz erworben - paywall ist aktiv: zur Produktauswahl
Publikation vom: 01.04.2015

Einzelfreischaltung

Freischaltung auf diesen Lehrbeitrag
für 3 Tage

4,99 € inkl. MwSt.

SEPA Maestro Mastercard VISA

webop-Account Single

Freischaltung aller Lehrbeiträge
Preis pro Monat

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 8,17 €

Kliniken & Bibliotheken

für das Modul: Allgemein- und Viszeralchirurgie

ab 390,00 Euro

  • OP Durchführung

    Bei einem 55 Jahre alten, männlichen Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des distalen Ösophagusdrittels war nach neoadjuvanter Radiochemotherapie eine abdomino-thorakale Ösophagusresektion mit Magenschlauchrekonstruktion und End-zu-End-Ösophago-Gastrostomie (Handnaht) durchgeführt worden. Am 5. postoperativen Tag kam es zu einem Anstieg der Infektparamater. Eine endoskopische Kontrolluntersuchung wies eine Anastomoseninsuffizienz nach, die ca. ¼ der Anastomosenzirkumferenz betraf in der Tiefe von 25cm ab Zahnreihe. Die dahinter liegende Insuffizienzhöhle konnte ca. 8 cm tief eingespiegelt werden. Im selben Untersuchungsgang erfolgte die erste Anlage eines Eso-Sponge in die Insuffizienzhöhle. Die folgenden Filmaufnahmen zeigen den 2. Eso-SPONGE®-Wechsel.

  • Vorbereitung

    Video
     
    160-1

    Das Eso-SPONGE®-Behandlungsset besteht aus einem offenporigen Polyurethanschwamm, der über einen Overtube und Pusher eingeführt, transnasal umgeleitet und im Anschluss an eine regelbare, medizinische Pumpe angeschlossen wird. Zur Vorbereitung der Therapie die Setbestandteile auspacken, ggf. kann der Drain des Schwammes schon durch den Pusher gefädelt werden. Steriles Hydrogel, NaCl oder Ringerlösung, eine Magensonde Ch. 16 sowie diverse Klemmen bereit legen.

  • Einspiegeln und Platzierung des Overtubes in der Insuffizienzhöhle

    Video
     
    160-2b

    Vor der Anwendung von Eso-Sponge flexibel-endoskopische Untersuchung mit Ausmessen der Wundhöhle. Stülpen des Overtubes über das Endoskop (mit Gleitgel oder Silikonspray benetzen) und Einführen unter Sicht bis ans Ende der Insuffizienzhöhle – das Endoskop dient hierbei als Führungsschiene. Overtube auf Position halten und das Endoskop vorsichtig zurückziehen.

  • Einführen des Schwammes

    Paid content (video)
    Paid content (image)

    Den ggf. auf die Größe der Wundhöhle zugeschnittenen Schwamm mit einem sterilen Hydrogel (Askina® Gel) benetzen und in den Overtube einführen. Eso-SPONGE® mittels Pusher bis zur Markierung vorschieben – der Schwamm befindet sich nun am Ende des Overtubes. Den Pusher auf Position halten und den Overtube bis zum Handgriff des Pushers zurückziehen, dadurch wird der Schwamm in der Insuffizienzhöhle freigesetzt. Overtube und Pusher können nun gemeinsam entfernt werden. Endoskopische Lagekontrolle des Schwammes und ggf. Korrektur mittels endoskopischer Fasszange.

  • Transnasale Ausleitung

    Paid content (video)
    Paid content (image)

    Eine Magensonde oder ein Absaugkatheter CH 16 (nicht im Set enthalten) durch die Nase einführen und durch den Mund herausleiten, ggf. Abschneiden der atraumatischen Spitze. Konnektierung des Eso-SPONGE®-Drains mit der Magensonde vor dem Mund. Zurückziehen der Magensonde zusammen mit dem Drain durch die Nase. Der Drain ist nun transnasal ausgeleitet.

  • Konnektierung des Drains an das Y-Stück

    Paid content (video)
    Paid content (image)

    Zum leichteren Einführen kann der Eso-SPONGE®-Drain etwas schräg angeschnitten werden. Bei Bedarf können zwei Schwämme an ein Y-Stück angeschlossen und damit über eine Pumpe betrieben werden.

  • Anschluss an eine regelbare, medizinische Pumpe

    Paid content (video)
    Paid content (image)

    Abschneiden des Heimlichventils vom Schlauch der Sekretflasche. Konnektion des Filters mittels Luer- Lock-Anschluss mit der Pumpe (MV-1, MTG GmbH, Sulzbach) und Aufstecken des gekürzten Flaschenschlauchs auf den Filter. Auf den Universalverbinder des verbleibenden Schlauches wird das Y-Stück geschoben. Einschalten der Pumpe durch die Tastenkombination F und I – die Pumpe ist bereits voreingestellt auf einen konstanten Sog mit 125 mmHg. Bei Bedarf lässt sich dieser in 5er Schritten reduzieren bzw. erhöhen (Tastenkombination: F und ↑/↓ ). Ein Sog von 200 mmHg sollte nicht überschritten werden.

  • Schwammwechsel

    Paid content (video)
    Paid content (image)

    Nach 48-72 Stunden muss der Wechsel des Systems erfolgen. Dafür Eso-SPONGE® und Pumpe diskonnektieren, ggf. endoskopische Lagekontrolle des Schwammes. Zum Ziehen des Schwammes Eso-SPONGE®-Drain wieder umleiten und durch den Mund ausführen. Anspülen mit NaCl oder Ringerlösung mittels 20 ml Spritze und Dilatator (aus neu geöffneten Set). Schwamm mit vorsichtigem Zug entfernen. Erneute endoskopische Kontrolle der Insuffizienzhöhle und ggf. Einbringen eines neuen Schwammes.

  • Abschlussendoskopie

    Paid content (video)

    In dem gezeigten Fallbeispiel wurde das Eso-SPONGE®-System insgesamt 10x gewechselt. Die gesamte Eso-SPONGE®-Therapiedauer betrug 25 Tage. Die abschließende endoskopische Kontrolle erfolgte vier Wochen nach Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus und zeigte noch eine narbige Einziehung im Bereich der ehemaligen Insuffizienzhöhle und eine moderate Anastomosenstenose, die jedoch für ein Standardgastroskop problemlos passierbar war.