Anatomie - Herzschrittmacherimplantation: Zweikammersystem - Allgemein- und Viszeralchirurgie

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  • MVZ St. Marien Köln - Ärztliche Leiterin

    Edith Leisten

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  • Topographie

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    Als muskuläres Hohlorgan dient das Herz i.S. einer Druck-Saugpumpe der Blutbeförderung in den Kreislauf, wobei die Strömungsrichtung durch die Herzklappen bestimmt wird. Es befindet sich im mittleren Mediastinum, seine kegelförmige Kontur projiziert sich auf die 2. bis 5. Rippe. Die Herzbasis reicht etwa 2 cm über den rechten Sternalrand hinaus, die Herzspitze grenzt fast bis an die linke Medioclavicularlinie (MCL). Lateral wird das Herz von den beiden Pleurablättern der Lungenflügel begrenzt. Dorsal steht der linke Vorhof in direktem Kontakt mit dem Ösophagus, ventral befindet sich die Thoraxwand mit dem Sternum und kaudal sitzt das Herz dem Diaphragma auf, das mit dem Perikard fest verwachsen ist.

  • Binnenräume

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    Durch Septen wird das Herz senkrecht in eine rechte und linke Hälfte unterteilt, horizontal in je einen Vorhof (Atrium) und eine Kammer (Ventrikel). Es ergeben sich somit vier Herzhöhlen:

    • Rechter Vorhof (Atrium cordis dextrum)
    • Rechte Kammer (Rechter Ventrikel, Ventriculus cordis dexter)
    • Linker Vorhof (Atrium cordis sinistrum)
    • Linke Kammer (Linker Ventrikel, Ventriculus cordis sinister)

    Die Strömungsrichtung des Blutes wird durch vier Herzklappen ventilartig geregelt:

    • Trikuspidalklappe zwischen re. Vorhof und re. Ventrikel
    • Pulmonalklappe zwischen re. Ventrikel und der Pulmonalarterie
    • Mitralklappe zwischen li. Vorhof und li. Ventrikel
    • Aortenklappe zwischen li. Ventrikel und Aorta
  • Wandbau

    Endokard

    • überzieht die ganze innere Oberfläche des Herzens
    • die Herzklappen sind gefäßlose Ausziehungen des Endokards
    • im subendokardialen Bindegewebe verläuft das Erregungsleitungssystem

    Myokard

    • stellt die (quergestreifte) Arbeitsmuskulatur dar
    • hat einen dreischichtigen Wandaufbau
    • die innere Schicht endet z. T. in den Papillarmuskeln und Trabeculae carneae

    Epikard

    • viszerales Blatt des Herzbeutels
    • liegt dem Herzen unmittelbar auf
    • im subepikardialen Fettgewebe verlaufen die Blutgefäße des Herzens

    Perikard

    • parietales Blatt des Herzbeutels
    • lediglich durch einen Flüssigkeitsfilm vom Epikard getrennt
  • Erregungsleitungssystem

    Zur Koordination der Muskelautonomie verfügt das Herz über ein eigenes Zentrum der Erregungsbildung und über ein eigenes Reizleitungssystem.

    Sinusknoten (Nodus sinuatrialis, Keith-Flackscher Knoten)

    • liegt in der Wand des re. Vorhofs im Sulcus terminalis zwischen V. cava superior und re. Herzohr und steht in Verbindung zur Arbeitsmuskulatur des Vorhofs

    Atrioventrikularknoten (Nodus atrioventricularis, Aschoff-Tawarascher Knoten)

    • befindet sich am Boden des re. Vorhofes neben dem Septum interatriale und setzt sich fort in das Atrioventrikularsystem

    Atrioventrikularsystem (AV-System)

    • die Erregungsleitung erfolgt über das Hissche Bündel, das sich in die sog. Kammerschenkel, Crus dextrum und sinistrum, teilt, die zu beiden Seiten des Kammerseptums subendokardial herzspitzenwärts ziehen und sich hier aufzweigen
    • die Endverzweigungen bilden die Purkinjefasern, die an der Arbeitsmuskulatur enden

    Zwischen Sinus- und AV-Knoten besteht keine Verbindung durch spezifisches Herzmuskelgewebe, vielmehr muss die Erregung, die im Sinusknoten gebildet wird, über die Arbeitsmuskulatur zum AV-Knoten geleitet werden. Der Sinusknoten bestimmt die Herzfrequenz und induziert eine Schlagfrequenz von 70/min. Fällt der Sinusknoten aus, übernimmt der AV-Knoten die Erregungsbildung, allerdings nur mit einer Schlagfrequenz von 50/min. Fällt auch der AV-Knoten aus, resultiert eine völlige Dissoziation zwischen Vorhof- und Kammersystole, letztere mit einer Frequenz von 30/min.