Anatomie - Splenektomie offen chirurgisch - Allgemein- und Viszeralchirurgie

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  • Praxis für Handchirurgie und Handgelenkchirurgie Frankfurt

    Beyermann

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  • Operationsrelevante Anatomie

    Die Milz liegt intraperitoneal zwischen Magen, Zwerchfell, linker Niere und Colon. Wegen der engen Lagebeziehung kann eine Splenomegalie die Funktion dieser Organe beeinträchtigen. Dem Milzhilus unmittelbar gegenüber liegt der Pankreasschwanz. Beim ungezielten Abklemmen des Milzstiels zur Stillung einer profusen Blutung ist die Bauchspeicheldrüse immer gefährdet!

    Außer im Hilus und dem Bereich, in dem sich der Pankreasschwanz anlagert, ist die Milz von Peritoneum überzogen. Daraus resultieren Bauchfellduplikaturen, die als Teil der Bursa omentalis aufzufassen sind:

    • Das Lig. phrenicolienale spannt sich von der Zwerchfellunterseite zum Milzhilus. Es enthält den Pankreasschwanz (Lig. pancreaticolienale), alle Milzgefäße und den Stamm der A. gastroepiploica sin. Kaudal verbindet es sich mit dem Lig. splenocolicum.
    • Das Lig. gastrosplenicum inseriert an der großen Kurvatur des Magens sowie am Milzhilus. Es führt die Aa/Vv gastricae breves und die A.gastroepiploica sin. mit sich.
    • Das Lig. splenocolicum verbindet linke Kolonflexur mit dem unteren Milzpol.

    Darüber hinaus bilden sich im Laufe des Lebens zahlreiche sekundäre Verwachsungen zu Nachbarstrukturen. Hier reißt die Milzkapsel bei der Präparation gerne ein. Daher ist beim Freilegen des Organes äußerste Vorsicht zu walten. Ein Kapselriss führt einerseits zu einem unnötigen Blutverlust mit diffuser Blutung, die die Übersicht erschwert. Andererseits muss bei Erkrankungen des hämatopoetischen Systems die Milzkapsel intakt bleiben, um eine Versprengung von Milzgewebe in die Peritonealhöhle auszuschließen („Splenosis peritonei“).

    Bei hämatologischen Erkrankungen ist es zudem obligat, als erster Schritt der elektiven Operation nach Nebenmilzen zu suchen, die sich in etwa 25% der Fälle finden. Sie können nach der Splenektomie zu beträchtlicher Größe anwachsen und somit den Erfolg der Op zunichtemachen. Aus ontogenetischen Gründen liegen die zusätzlichen, voll funktionstüchtigen Organe immer links. Es empfiehlt sich daher in solchen Fällen immer Milzhilus, Pankreasschwanz, Lig. gastrosplenicum, großes Netz, Mesenterium und linker Unterbauch in dieser Reihenfolge abzusuchen!