Anatomie - Aneurysma der A. poplitea: Resektion und Revaskularisation durch V. saphena magna-Interponat (posteriorer Zugang) - Gefäßchirurgie

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  • MVZ St. Marien Köln - Ärztliche Leiterin

    Edith Leisten

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  • Topographisch-chirurgische Anatomie

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    Die A. poplitea (AP) ist 12 – 18 cm lang und hat ein Kaliber von ca. 9 mm, das sich zur Peripherie hin auf ca. 5 mm verringert. Als direkte Fortsetzung der A. femoralis superficialis beginnt die AP supragenual im Hiatus adductorius, wo sie lateral vom M. bizeps femoris und medial vom M. semimembranosus eingefasst wird (femoraler Raum). In der Fossa poplitea befindet sich die AP zwischen den Femurkondylen im Gastrocnemiustunnel, wo sie medial durch die Muskel- und Sehnengruppe des Pes anserinus geschützt wird. Die AP zieht infragenual in den sogenannten tibialen Raum, überquert den M. popliteus und teilt sich an dessen Unterrand.

    In der mittleren Etage gibt die AP wichtige Kollateraläste ab (Rete articulare genus):

    • Aa. surales
    • A. genus media
    • Aa. superior et inferior medialis genus
    • Aa. superior et inferior lateralis genus

    Etwa 7 cm unterhalb des Kniegelenkspalts in Höhe des Soleusbogens (Arcus tendineus musculi solei) teilt sich die AP in die A. tibialis anterior und den Truncus tibiofibularis, womit der Kruralarterienabschnitt beginnt.

    In 5 – 8 % der Fälle liegen anatomische Varianten vor. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Abgangsvarianten der tibialen Arterien und Lagevarianten der AP in Bezug auf den M. gastrocnemius oder M. popliteus.

    Aus chirurgisch-technischem Gesichtspunkt ist die Einteilung der AP in drei Segmente üblich (PI – PIII), an denen sich die operativen Zugangswege orientieren:

    Segment

    Merkmal

    Zugang

    PI

    Ausgang Adduktorenkanal bis Gastrocnemiustunnel proximal des Kniegelenks

    distaler medialer Oberschenkel

    PII

    Kniegelenk

    posterior (Kniekehle)

    PIII

    Ausgang Gastrocnemiustunnel unterhalb des Kniegelenks bis Abgang der A. tibialis anterior/Soleusbogen

    proximaler medialer Unterschenkel

    Die AP verläuft in einem Gefäß-Nerven-Bündel, das von fettreichem Bindegewebe umgeben ist (Corpus adiposum popliteum). Im PI- und PII-Segment liegt die Arterie ventromedial der V. poplitea (VP), PIII-Segment wird sie von den Vv. comitantes umgeben. Dorsolateral der AP und VP liegen N. tibialis und N. peroneus communis. Die Nerven weisen in der Kniekehle eine relativ oberflächliche Lage auf, was bei der Präparation der AP von dorsal berücksichtigt werden muss.

    Der oberflächliche und tiefe Lymphabfluss erfolgt in der Fossa poplitea gebündelt und wird über drei bis fünf perivenös lokalisierte Lymphknoten drainiert.

    Die AP ist aufgrund ihrer Lokalisation erheblichen mechanischen Belastungen ausgesetzt, weshalb sie als Arterie vom muskulären Typ kräftige Muskel- und Faserschichten besitzt (Tunica media, Tunica elastica interna). Ihre Wandeigenschaften sind daher denen zentraler elastischer Arterien ähnlich.