Intraoperative Blutung (ca. 1-2 %)
- durch Verletzung der Nieren- oder Nebennierenvene
- Die Nebennierenvene mündet links in die Nierenvene. Ihr Verlauf ist wesentlich länger als auf der rechten Seite. Die Blutung kann meist besser beherrscht und die Vene kontrolliert abgesetzt werden.
- Auch retroperitoneale Kollateralen bei Phäochromozytom kommen als Blutungsquelle in Frage.
- In seltenen Fällen kann ein vierter Trokar unterhalb der Linie der ersten Trokare platziert werden. Dieser zusätzliche Port kann hilfreich sein, um bei einer größeren Gefäßverletzung eine Gefäßklemme zur Blutungskontrolle einzubringen.
- Der retroperitoneale Raum ist bei starker Blutung sehr eng und schnell unübersichtlich. Bei einer relevanten Blutung muss in der Regel auf einen offenen transabdominellen Zugang konvertiert werden – nicht auf einen offenen retroperitonealen Zugang.
Pneumothorax/Pneumomediastinum (< 1 % - 3,4 %)
- Durch Verletzung des Zwerchfells und/oder der Pleura während der kranialen Dissektion, eine Thorax-Röntgenaufnahme im Aufwachbereich kann sicherstellen, dass kein Pneumothorax aufgetreten ist. Eine größere Zwerchfelleröffnung sollte durch eine direkte Naht verschlossen werden. Bei hämodynamischer Relevanz Einlage einer Thoraxdrainage.
- Bemerkung: In seltenen Fällen, in denen eine Fehlplatzierung der Trokare zu Pleuraläsionen führt, kann der Eingriff häufig fortgesetzt werden, indem die Leckage mit einem stumpfendenden, ballonbestückten Trokar abgedichtet und bis zum Ende der Operation eine Pleuradrainage eingelegt wird.
- Ein tastbares subkutanes Emphysem kann ebenfalls auftreten, ist jedoch in der Regel asymptomatisch und beeinflusst den stationären Verlauf nicht.
Unbeabsichtigtes Eröffnen der Peritonealhöhle
- Die Operation kann in der Regel ohne zusätzliche Maßnahmen im posterior-retroperitoneoskopischen Raum abgeschlossen werden, soweit keine benachbarten Organe geschädigt wurden, da keine Kompression des Retroperitoneums durch die abdominalen Eingeweide erfolgt.
Läsionen Pankreas, Milz und Niere links (sehr selten <0,5 %)
- -> blutstillende Maßnahmen (Koagulation, Blutstillung mit Fibrinkleber oder Versiegelung mit fibrinbeschichtetem Kollagenvlies)
Hormonelle Reaktion, insbesondere katecholaminbedingt mit intraoperativer Kreislaufdysregulation bei Phäochromozytom