Komplikationen - VAC-Stent

  1. Interventionell

    • Falsche Platzierung des Stents
      Da es sich um ein distales Freisetzungssystem handelt, ist es besser, den Stent tendenziell distaler einzusetzen. Das Zurückziehen eines eingesetzten Stents ist einfacher als ihn weiter nach innen zu schieben. Mit der endoskopischen Fasszange wird der kreisförmigen Draht am proximalen, verdickten Ende gepackt und einfach angezogen, weil durch diese Maßnahme der Stentdurchmesser verringert wird. Denselben technischen Mechanismus nutzt man bei der Extraktion des Geräts.
       
    • Unvollständige Expansion des Stents (der Innendurchmesser des Stentkörpers hat sich nicht vollständig auf 14 mm erweitert):
      Dies kann durch pneumatische Ballondilatation behoben werden, auch um die Möglichkeit der oralen Nahrungsaufnahme sicherzustellen.
       
    • Verschlimmerung des Defekts durch das Endoskop
       
    • Aspiration während der VAC-Stent-Prozeduren
      endobronchiale Lavage und Absaugung zur Vermeidung einer Pneumonie
  2. Postinterventionell

    • Verstopfung des Drainageschlauchs/VAC-Stents:
      Wenn ein VAC-Stent verstopft ist, kann kein ausreichendes Vakuum und keine adäquate Drainage gewährleistet werden.
       
    • Dysphagie:
      Das Schlucken kann etwas beeinträchtigt sein, da der Stent die aktive peristaltische Welle über die gesamte Länge des Stents blockiert, sodass der Transport der Nahrung über diese Strecke nur passiv erfolgt. In den meisten Fällen verlangsamt sich die Passage etwas, bleibt aber möglich.
       
    • Fehlfunktionen der Drainagekapazität des VAC-Stents durch Pumpendysfunktion
       
    • Dislokation des VAC-Stents/inadäquate Abdichtung
      • z.B. Schwammdislokation nach oral durch akzidentellen Zug am Drainageschlauch
      • Bildgebung mittels CT-Scan mit oralem Kontrast, wenn Zweifel an einer adäquaten Behandlung bestehen und um zu überprüfen, ob die Höhle um den Stent kollabiert und ausreichend vom Stent abgedichtet ist.
      • Falls der Kanister sich schnell füllt, sollte eine Stent-Dislokation in Betracht gezogen werden, da dies auf Magenflüssigkeit oder Sondennahrung hinweisen könnte.
         
    • Tissue-Ingrowth (Einwachsen von Gewebe):
      Falls der VAC-Stent nicht regelmäßig gelockert wird, könnte das Einwachsen Schäden am umliegenden Gewebe verursachen. Aus diesem Grund muss der Schwamm mindestens einmal pro Woche gewechselt werden.
       
    • Unvollständige Stent-Entfernung:
      Entweder aufgrund eines Einwachsens von Ösophagusgewebe in den Schwamm oder aufgrund fehlender Fixierung zwischen Schwamm und Stentkörper, wodurch der Schwamm an der Ösophaguswand haften bleibt und separat mobilisiert werden muss, um ihn zu entfernen.
       
    • Erosion/Ulkusbildung an der Stentstelle nach Entfernung:
      Diese Erosionen oder Ulzera führten bisher nicht zu Perforationen oder Blutungen, die eine Intervention erforderten.
       
    • Anastomosen-/Ösophagusstriktur:
      • Eine Ösophagusstenose mit klinischer Dysphagie ist eine potenzielle Komplikation als Langzeitfolge der endoluminalen EVT und möglicherweise der VAC-Stent-Therapie.
      • Behandlung durch endoskopische Dilatationen und gegebenenfalls Inzisionstherapie.
         
    • Gastroösophagealer Reflux:
      Falls die gastroösophageale Übergangszone durch den Stent überbrückt wird, kann dies Übelkeit und eine Ösophagitis verursachen, die mit Protonenpumpenhemmern behandelt werden kann.
       
    • Schwerwiegende therapieassoziierte Komplikationen
      werden bis dato nicht beschrieben. Mögliche Risiken beinhalten Blutungen durch Gefäßarrosionen sowie die Entstehung ösophagobronchialer Fisteln, die in Einzelfällen bei der EVT-Therapie beschrieben wurden und auch für den VAC-Stent denkbar sind.
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